Papst Benedikt XVI. twittert ab dem 12. Dezember 2012 mit den Gläubigen

Der Vatikan und die modernen Kommunikationsmittel

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ROM, 4. Dezember 2012 (ZENIT.org). – Am 12. Dezember 2012 wird Papst Benedikt XVI. zum ersten Mal die 140 bei Twitter zur Verfugung stehenden Zeichen nutzen, um mit den Gläubigen zu kommunizieren.

Msgr. Claudio Maria Celli betonte während der gestrigen Pressekonferenz die Fülle an Vorteilen des modernen Mediums Twitter. Von den 500 Millionen eingeschriebenen Nutzern seien 140 Millionen aktive Nutzer. Papst Benedikt XVI. nutze Twitter bewusst, um gerade in Dialog mit den jungen Menschen treten zu können, die alltäglich Twitter nutzen.

Ein erster Schritt in die Richtung moderner Kommunikationsmittel war bereits der Youtube-Kanal des Vatikan. Moderne Technologie zur Verbreitung der Frohen Botschaft einzusetzen, ist jedoch für den Vatikan keineswegs eine Neuheit. Schon Papst Paul VI. zeigte sich in seiner Ansprache vom 4. Oktober 1965 als äußerst weltoffener und den Medien aufgeschlossener Papst. Das Twitter–Profil Papst Benedikts XVI., so Prof. Gian Maria Vian, ist die konsequente Fortsetzung dieses Kurses, der seinen medialen Anfang mit der Gründung von Radio Vatikan nahm. Denn die Christen seien, wie Vian ausführte, immer schon Experten in der Kommunikation gewesen.

Die Frage, die sich stellt, ist, inwieweit Twitter als Kommunikationsmittel geeignet ist. Wie bereits angesprochen, haben die Nutzer 140 Zeichen zur Verfügung, um ihre Texte zu verfassen. Hierin liegt gerade der Vorteil von Twitter, so Msgr. Claudio Maria Celli. Der kurze Text erfordere, sich auf essentielle Inhalte zu konzentrieren, sog. „scintille di Verità“ (Funken der Wahrheit) des Papstes oder „Perlen der Weisheit“.

Entsprechend groß ist das allgemeine Interesse am Twitter-Account des Papstes. In der gestrigen Pressekonferenz war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Medienvertreter aus aller Welt waren anwesend, um Informationen über den weiteren Ablauf zu erhalten.

Dr. Greg Burke teilte den Anwesenden mit, dass die ersten tweets des Papstes Antworten auf Fragen zum Thema „Glaube“ seien. Das Thema sei im Hinblick auf das „Jahr des Glaubens“ ausgewählt worden. Unter „#askpontifex" können ab dem 12. Dezember 2012 die Fragen gestellt werden. Man habe sich für den Namen „pontifex“ entschieden, um die Eigenschaft des Papstes als Brückenbauer zu unterstreichen.

Über die Regelmässigkeit der Beiträge konnten noch keine genauen Angaben gemacht werden. Inhaltlich werden es jedoch stets spirituelle Beiträge sein, die entweder aus dem Angelus, der Audienz oder anderen wichtigen Ansprachen stammen.

Eins steht jedoch unumwunden fest: „The Pope’s tweets are the Pope’s words“. Die Texte werden aus der Feder des Papstes stammen bzw. von ihm persönlich abgesegnet und nicht von seinen Mitarbeitern aufgesetzt werden, wie mehrfach im Laufe der Pressekonferenz versichert wurde. Die Beiträge werden für alle Sprachen gleich sein.

Der Vatikan entwickelt weitere Projekte im multimedialen Bereich: von der Anwendung für das i-Phone über Filme bis hin zum E-Book sind die unterschiedlichsten Medien und Technologien vertreten, um mit den Menschen von heute auf aller Welt überall kommunizieren zu können. [bd]