Papst Benedikt XVI.: Um zu glauben, bedarf es eines offenen Herzens

Worte des Heiligen Vaters während der Generalaudienz

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ROM, 11. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. erinnerte heute Vormittag während der Generalaudienz im Vatikan rund 35.000 Gläubige daran, dass ein „offenes Herz“ nötig ist, um dem auferstandenen Jesus zu begegnen.



Die Frage des Thaddäus: „Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?“ (Joh 14,22), sei von „großer Aktualität“ und würde auch von uns immer wieder neu formuliert werden, erklärte der Heilige Vater auf dem Petersplatz, der seine Katechesenreihe über die zwölf Apostel fortsetzte und über den heiligen Simon und den heiligen Judas Thaddäus sprach.

„Warum offenbarte sich der Auferstandene nicht seinen Widersachern in all seiner Herrlichkeit, um zu zeigen, dass der Sieger Gott ist? Warum offenbarte er sich nur seinen Jüngern?“

Die Antwort Jesu ist nach Worten des Papstes „geheimnisvoll und tief“. Sie lautet: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14,23).

Mit diesen Worten gebe der Herr zu verstehen, dass er, der Auferstandene, „auch mit dem Herzen wahrgenommen werden muss, so dass Gott in uns wohnen kann… Er will in unser Leben eintreten, und deshalb ist seine Offenbarung eine Offenbarung, die das offene Herz einschließt und voraussetzt. Nur so sehen wir den Auferstandenen.“

Zuvor hatte der Bischof von Romn ausgehend vom scheinbaren Widerspruch in der Berufungsweise Jesu – er hatte Simon, einen gottesfürchtigen und gesetzestreuen Zelot, aber auch den Zöllner Matthäus zu seinem Nachfolger gemacht –, darauf aufmerksam gemacht, dass der Ruf Gottes an den Menschen vor gesellschaftlichen oder sonstigen Barrieren nicht halt mache. „Ihn interessieren die Menschen, nicht die sozialen Kategorien oder Etiketten!“, bekräftigte Benedikt XVI.

In diesem Zusammenhang betonte er, wie schön es doch sei, „dass im Kreis seiner Nachfolger alle – trotz ihrer Unterschiedlichkeiten – zusammenlebten und dabei die unvorstellbarsten Schwierigkeiten überwanden“. Jesus selbst sei der Grund für ihren Zusammenhalt gewesen, und das zeige, „dass uns in Jesus Christus die Kraft zur Überwindung unserer Konflikte gegeben ist.“

Am Ende der Generalaudienz fasste Papst Benedikt XVI. die Grundaussagen seiner Betrachtung in verschiedenen Sprachen zusammen. Zu den Pilgern aus dem deutschsprachigen Sprachraum sagte er unter anderem:

„Der Beinamen Thaddäus bedeutet wohl soviel wie ‚großmütig’, ein Mann des weiten Herzens. Dieser Thaddäus hat Jesus im Abendmahlssaal gefragt, warum er sich als Auferstandener nicht der Welt, sondern nur der Seinen zeigen wollte. Und Jesus hat ihm erklärt, dass man den Auferstandenen von innen her mit dem Herzen sehen muss. Dieser Apostel Judas Thaddäus hat der Überlieferung nach die Urheberschaft des Judasbriefes im Neuen Testament, der uns nachdrücklich zu einem gelebten Christentum auffordert, dazu auffordert, nicht wie Irrlichter herumzulaufen, sondern klar und entschieden den Weg Jesu Christi zu gehen…

Schauen wir auf die Apostel Simon und Judas Thaddäus. Sie mögen uns helfen, die Schönheit des Glaubens stets neu zu entdecken und in unserem eigenen Leben Gestalt werden zu lassen.“