Papst Benedikt XVI. unter Lutheranern: Dankbar für Ökumene

Bischof von Rom besucht die evangelisch-lutherische Gemeinde Roms

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ROM, 15. März 2010 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. sieht das derzeitige ökumenische Miteinander positiv. Er wünsche sich mehr Dankbarkeit, „dass es soviel Einheit gibt", erklärte der Papst Benedikt XVI. bei seinem gestrigen Besuch der deutsch-lutherischen Gemeinde Roms. An Pfr. Kruse gewandt, der beim ökumenischen Gottesdienst einen Abschnitt aus dem 1. Kapitel des 2. Briefs an die Korinther ausgelegt hatte, zeigte der Papst seine ehrliche Dankbarkeit für dessen hoffnungsvolle Worte: „Sie haben uns das Wort der Hoffnung ausgelegt, also die Hoffnung zu feiern, ...die in den ungelösten Fragen unseres Lebens aufleuchtet".

Es gäbe Stimmen, die behaupteten, „die Ökumene sei zum Stillstand gekommen", so der Papst. Statt „gegenseitige Vorwürfe" zu erheben, „sollten wir erst einmal dankbar werden, dass es soviel Einheit gibt, das wir heute miteinander beten, miteinander das gleiche Wort Gottes auslegen und zu verstehen dürfen".

Der Papst bekannte aber auch, das ihn die „Realität der getrennten Tische" traurig machte. „In wesentlichen Dingen, in der Feier der Eucharistie können wir nicht am gleichen Tisch stehen". „Nachfolge geschieht im Wir", so der Papst. „Zum Christsein gehört das Wir-sein", das eine Frucht des Weges der liebenden Hingabe der Christen ist.

Benedikt lud ein, auf den einen Christus zu schauen und zu feiern, „das er der eine ist, dem wir im Tiefsten alle zugehören". Er zeigte offen seine „Trauer darüber, das wir dies ‚Wir' zerrissen haben. Das wir den einen Weg in mehrere zerteilen und ... die Liebe selbst nicht ihre volle Gestalt finden kann" und, „das wir das Zeugnis verdunkeln".

Aber er gab zu bedenken: "Eine Einheit, die wir selbst aushandeln würden, wäre menschengemacht, und so brüchig wie alles, was Menschen machen. Das Ende der Trennung kann nur von Gott kommen, und statt über einen Stillstand der Ökumene zu klagen, sollen wir dankbar sein, dass es so viel Einheit gibt."

Die Christuskirche wurde wie andere evangelische Kirchen in Rom nach dem Jahr 1870 gebaut. Die Gemeinde in der italienischen Hauptstadt war 1819 gegründet worden und konnte vor Fertigstellung der Christuskirche in der ehemaligen Kapelle der preußischen Gesandtschaft zu Gottesdiensten zusammenkommen.

(AR)