Papst Benedikt XVI. verweist auf Beispiel der neuen seligen Hendrina Stenmanns (1852-1903)

Mitbegründerin der Steyler Missionarinnen in Tegeln selig gesprochen

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ROM, 30. Juni 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. verwies beim gestrigen Angelusgebet auf die Mitgründerin der Steyler Missionarinnen, Hendrina Stenmanns (1852-1903), hin. „Mutter Josefa“ ist ebenfalls gestern (29. Juni 2008) im niederländischen Tegelen bei Steyl selig gesprochen worden.

Nach der Eucharistiefeier im Petersdom betete der Heilige Vater mit den Gläubigen noch den „Engel des Herrn“. Dabei erinnerte er in deutscher Sprache an den großen Moment der Kirchengeschichte, der an diesem Sonntag, dem Hochfest Peter und Paul, in den Niederlanden geschrieben wurde.

Der Papst erklärte: Ganz herzlich heiße ich die Brüder und Schwestern aus den Ländern deutscher Sprache und aus den Niederlanden willkommen… Heute wird in Tegelen in den Niederlanden die Mitgründerin der Steyler Missionsschwestern Josefa Hendrina Stenmanns selig gesprochen. Das Beispiel dieser Seligen leite uns an, mit aller Kraft am Sendungsauftrag der Kirche mitzuwirken.“

An der Zeremonie in einem Freilichttheater in der Nähe des Klosters Steyl nahmen 5.000 Gläubige teil, berichtete der Orden. Hunderte Ordensschwestern aus 44 Ländern der Welt waren anwesend. Sie sangen und beteten in vielen Sprachen und waren in bunten Trachten gekleidet.

Der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Jose Saraiva Martins, verlas ein Schreiben des Heiligen Vaters, durch das Ordensgründerin „Mutter Josefa“ ins Verzeichnis der Seligen aufgenommen wurde.

In einer Prozession mit indonesischen Tänzen brachten Frauen eine blumengeschmückte Reliquie der neuen Seligen zum Altar. Auf der Bühne wurde unter Applaus ein zwölf Quadratmeter großes Bild von ihr enthüllt.

Mit der Seligsprechung stellt die katholische Kirche fest, dass Stenmanns vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat. Im Unterschied zu Heiligen werden Selige nicht weltweit, sondern in bestimmten Regionen verehrt, insbesondere in den Lebensräumen, wo sie gewirkt haben.

Das Fest von Mutter Josefa soll nach dem Schreiben von Papst Benedikt XVI. an ihrem Todestag, dem 20. Mai, gefeiert werden. Der Roermonder Bischof Frans Wiertz würdigte Stenmanns in seiner Predigt als „einfache Frau“, die für viele zum Vorbild im Glauben geworden sei und zahlreiche Schwestern bis heute inspiriere. „Die Liebe Gottes ist durch ihre Taten lebendig geworden.“

Heute sind rund 3.500 Missionsschwestern aus 44 Nationen in 44 Ländern aktiv. Sie bilden den weiblichen Zweig des vom heiligen Arnold Janssen 1875 ins Leben gerufenen Steyler Missionswerks. Der Männerorden umfasst 6.100 Brüder und Priester aus 70 Nationen und Ländern. Darüber hinaus gibt es weltweit 400 Steyler Anbetungsschwestern. Damit sind 10.000 Männer und Frauen der Steyler Ordensfamilie in allen Kontinenten im Dienst an ihren Mitmenschen tätig.