Papst Benedikt XVI.: Wer nach nach Santiago pilgert, verändert sich

Brief des Papstes anlässlich des Endes des Heiligen Jahres in Santiago de Compstella

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ROM, 10. Januar 2011 (ZENIT.org).- Wer nach Santiago de Compostela pilgert, kann nicht der gleiche bleiben, erklärte Papst Benedikt XVI., der am 6. November am Grab des Apostels Santiago weilte. Mit dem Schließen der Heiligen Pforte am Jahressende konnte ein Rekordansturm von Pilgern verbucht werden. Insgesamt machten sich 270.000 Menschen auf den Weg nach Santiago de Compostela. Der Papst schrieb jetzt einen Brief an den Erzbischof von Santiago, Julián Barrio Barrio, indem er anlässlich des Endes des Heiligen Jakobusjahres 2010. Der Heilige Vater war ja einer der tausend Pilger, die zum Jubiläum nach Spanien angereist waren, dem „Heiligen Compostelanischen Jahr", das immer dann abgehalten wird, wenn der 25. Juli, der Festtag des Apostels Jakobus des Älteren (auf Spanisch Santiago), auf einen Sonntag fällt.

Benedikts XVI. ging in seinem Brief auf die wichtigsten Elemente des Pilgerns ein: den Austausch von „Anliegen, Hoffnungen und Herausforderungen", die Erneuerung des Glaubensbekenntnisses, der gesungene Lobpreis an Gott, das Bekenntnis der Sünden und die Begegnung mit Christus in der Eucharistie.

„Diese Begegnung kann [diese Pilger] nicht unberührt lassen". Sie „werden in ihre Heimat so zurückzukehren, wie die Jünger von Emmaus nach Jerusalem zurückgekehrt sind". Der Vorsatz sei nötig, den „Glauben täglich zu stärken, beharrlich an den Sakramenten der Gnade, die der Kirche anvertraut sind, teilzunehmen und ein wirksames und konkretes Beispiel der Nächstenliebe zu geben", schreibt der Papst, der zusammen mit den anderen Deutschen die größte Gruppe von Pilgern aus dem Ausland bildete: 14.500 waren es. Auf den Plätzen zwei und drei folgten italienische und französische Wallfahrer. Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr etwa 9,2 Millionen Menschen die Hauptstadt Galiciens.

Der Papst richtete eine besondere Botschaft an die Jugend und erinnerte an den Weltjugendtag in Madrid, der im August dieses Jahres stattfinden wird. Er lud die jungen Menschen ein, sich von Christus einbeziehen zu lassen und „mit ihm einen aufrichtigen und bewussten Dialog aufzunehmen und sich auch zu fragen: Kann der Herr auf mich als seinen Apostel für die Welt, als Bote seiner Liebe zählen?"

Bei der Antwort dürfe Großzügigkeit nicht fehlen, ebenso wenig wie Furchtlosigkeit, die den Apostel Jakobus dazu gebracht hätten, dem Meister zu folgen, ohne dabei Opfer zu scheuen, hob der Heilige Vater hervor.

Benedikt XVI. ermutigte die Seminaristen zu einer zunehmenden Identifizierung mit Jesus und erinnerte daran, dass „die Berufung zum Priestertum eine bewundernswerte Gabe ist, auf die man stolz sein muss, denn die Welt braucht Menschen, die ihr ganzes Leben dazu widmen, Jesus Christus gegenwärtig zu machen."

Der Papst versicherte, dass er in seinem Herzen den „angenehmen Aufenthalt" in Santiago in Erinnerung behalten werde, und er betete dafür, dass die Früchte des Jubiläums dazu verhelfen mögen, dass das erlösende Wort Christi immer gegenwärtiger werde.