Papst Benedikt XVI. würdigt die Verdienste der Schweizergarde

Auftakt zu den Feierlichkeiten anlässlich des 500-Jahr-Jubiläums der päpstlichen Leibgarde

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ROM, 23. Januar 2006 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. würdigte am Sonntag die Verdienste der Schweizergarde. Aus Anlass der Feierlichkeiten zu deren 500. Gründungsjubiläum grüßte er sie besonders herzlich und sagte zu ihnen: \"Dieses Jubiläum bestärke und ermutige euch in eurem Dienst für den Nachfolger Petri.\"



Der Dienst der Schweizergardisten (vgl. www.schweizergarde.org), für den heute noch in der Schweiz geworben wird, hat eine lange Tradition: Das offizielle Geburtsdatum dieser päpstlichen Schutztruppe ist der 22. Januar 1506: der Tag, an dem bei Einbruch der Dunkelheit eine Gruppe von 150 Schweizern unter ihrem Hauptmann Kaspar von Silnen aus dem Kanton Uri durch die Porta del Popolo zum ersten Mal in den Vatikan einzog und von Papst Julius II. (1503-1513), gesegnet wurde. Der Heilige Vater verfasste daraufhin eine Bulle, den Status der Truppe klärte.

Von besonderer Bedeutung wird der 6. Mai 2006 sein, denn an diesem Tag fand 1527 der \"Sacco di Roma\" (\"Plünderung Roms\") statt: In der Morgendämmerung fielen die Truppen Kaiser Karls V. in der Ewigen Stadt ein und plünderten Kirchen und Paläste. In den blutigen Kämpfen sollen auf beiden Seiten rund 30.000 Menschen umgekommen sein. Von den 189 Schweizern, die zur damaligen Truppe gehörten, überlebten im Jahre 1527 nur 42 Gardisten den Angriff der kaiserlichen Truppen, die Papst Klemens VII. verteidigten und ihn zu seinem Zufluchtsort, der Engelsburg, begleiteten. Der Papst stand damals unter dem Verdacht die Franzosen zu begünstigen.

In Erinnerung an diese Ereignisse wird am 6. Mai 2006 im Petersdom eine Heilige Messe gefeiert und am \"Platz der Protomärtyrer\" im Vatikan ein Blumenkranz niedergelegt werden. Am Nachmittag werden gegen 16.30 Uhr die neuen Rekruten ihr feierliches Treuegelöbnis sprechen. Diese Feier soll im Jubiläumsjahr besonders prächtig ausfallen und findet deshalb nicht wie üblicherweise im \"Cortile di San Damaso\" statt, sondern auf dem Petersplatz. Ein Feuerwerk über der Engelsburg wird die Festlichkeiten dieses Tages ausklingen lassen.

Aus Anlass des 500-jährigen Jubiläums bringt der Vatikan eine Sonderbriefmarke sowie eine eigens geprägte 2-Euro-Münze heraus. Beide sind von dem Schweizer Künstler Rudolf Mirer, einem ehemaligen Schweizergardisten, entworfen worden. Als Erinnerung an den Jubiläumsmarsch wird zudem eine Goldmünze mit dem Portrait Papst Julius II. sowie eine Silbermünze erhältlich sein, auf der Papst Benedikt XVI. zu sehen ist.

Die besondere Aufgabe der rund 100 Schweizergardisten besteht darin, ständig \"über die Sicherheit der geheiligten Person des Heiligen Vaters und seiner Residenz zu wachen\". Das Kommando der Schweizergarde setzt sich aus den vier Offizieren, dem Feldwebel und dem Kaplan zusammen. Alle Gardisten werden zum Wachdienst, Ehrendienst, Ordnungsdienst und Nahdienst eingeteilt. Um Schweizergardist zu werden, muss man gläubiger Katholik, Schweizer und jünger als 30 Jahre alt sein, zudem über eine gute Gesundheit verfügen und eine Körpergröße von mindestens 174 cm haben.

Bevor Benedikt XVI. am Sonntag die 500-Jahr-Feier der Schweizergarde erwähnte, hatte Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano in der Sixtinischen Kapelle eine besondere Heilige Messe zum Jubiläumsjahr gefeiert. In seiner Predigt erinnerte er die Gardisten an ihren Diensteid, in dem sie sich dazu verpflichten, dem Papst unter Einsatz aller Kräfte tapfer und treu zu dienen, gegebenenfalls auch unter Einsatz des eigenen Lebens. \"Möge diese Treue stets euer Motto bleiben\", wünschte Kardinal Sodano den Mitgliedern der Schweizergarde.