Papst Benedikt zur Fastenzeit: „Das Almosen erzieht zu einem liebevollen Großmut“

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ROM, 29. JANUAR 2008 (ZENIT.org).- Gebet, Fasten und Almosengeben sind die bevorzugten Werke, um die herannahende Fastenzeit gut zu leben. Sie beginnt morgen in einer Woche, am Aschermittwoch (6. Februar). Papst Benedikt XVI. lädt in seiner neuen Botschaft zu jenen 40 Tagen des Jahres, die der inneren Erneuerung dienen, vor allem dazu ein, über die Praxis des Almosengebens nachzudenken. Sie soll uns helfen, „in unserer christlichen Berufung voranzuschreiten“ und uns „von der Gebundenheit an die irdischen Güter“ zu befreien.



Das Schreiben, das heute im Vatikan vorgestellt wurde, kreist um das Leitwort: „Christus wurde euretwegen arm.“ Jesus habe arm werden wollen, „um uns durch seine Armut reich zu machen“, erklärt der Heilige Vater. Jeder Christ sollte für seine Schwestern und Brüder dasselbe tun. In diesem Sinn erziehe das Almosen „zu einem liebevollen Großmut“ – wenn man jene Witwe nachahme, „die in ihrer Armut ‚ihren ganzen Lebensunterhalt‘ (Mk 12,44) in den Opferkasten des Tempels warf, hohe Bedeutung. Ihre kleine und unbedeutende Münze wird zu einem aussagekräftigen Symbol: Diese Witwe gibt Gott nicht etwas von ihrem Überfluss; nichts, was sie besitzt; sie gibt, was sie ist. Sie gibt sich selbst ganz.“

Den Elenden und Verlassenen zu Hilfe zu kommen, sei „eher eine Pflicht der Gerechtigkeit als ein Akt der Caritas“, betont Benedikt XVI. Und diese Geste „soll verborgen bleiben“ (Mt 6,3-4), bestehe doch die Sorge des Jüngers darin, „dass alles zur höheren Ehre Gottes geschieht“. Von diesem Bewusstsein sollte jede Hilfstätigkeit und jede Geste der Liebe getragen sein.

„Wenn wir beim Vollbringen einer guten Tat nicht die Ehre Gottes und das wahre Wohl der Mitmenschen zum Ziel haben, sondern vor allem nach einem persönlichen Gewinn oder einfach nach Beifall streben, entsprechen wir nicht dem Evangelium. In der modernen von Bildern geprägten Gesellschaft muss man sehr wachsam sein gegenüber dieser Versuchung. Die Mildtätigkeit des Evangeliums ist keine bloße Philanthropie: Es ist vielmehr ein konkreter Akt der Caritas, eine theologische Tugend, die aus der inneren Umkehr hin zur Gottes- und Bruderliebe folgt und Jesus Christus nachahmt, der sich uns selbst ganz geschenkt hat bis zum Tod am Kreuz. Wie sollten wir Gott nicht für die vielen Menschen danken, die fernab von den Scheinwerfern der Mediengesellschaft in der Stille aus christlichem Geist großzügige Taten zur Unterstützung des Nächsten in Not vollbringen? Sehr wenig nützt es, die eigenen Güter den anderen zu schenken, wenn sich dadurch unser Herz in Eitelkeit aufbläst: Darum sucht derjenige, der weiß, dass Gott ‚das Verborgene sieht‘ und im Verborgenen belohnen wird, nicht die menschliche Anerkennung für die vollbrachten Werke der Barmherzigkeit.“

Der Papst nennt das Almosengeben eine „geistliche Schulung“, um in der Liebe immer mehr zu wachsen. „Jedes Mal, wenn wir aus Liebe zu Gott unsere Güter mit dem bedürftigen Nächsten teilen, erfahren wir, dass die Fülle des Lebens aus der Liebe kommt und dass alles zu uns zurückkehrt als Segen des Friedens, der inneren Zufriedenheit und Freude.“