Papst: mehr Aufmerksamkeit der Bischöfe für die karitativen Einrichtungen nötig

Übereinstimmung mit kirchlicher Lehre eingefordert: Motu proprio füllt Lücken im kanonischen Recht

| 1254 klicks

VATIKANSTADT, 13. Dezember 2012 (ZENIT.org). – Seit 10. Dezember sind verschiedene Verfügungen in Kraft getreten, die Papst Benedikt XVI. in seinem  Motu proprio „Intima Ecclesiae natura, Über den Dienst der Liebe“ festgelegt hatte. Der Papst hielt diese Ausführungen und Verfügungen für notwendig, um den Sektor des bischöflichen Wirkens bei karitativen Tätigkeiten zu präzisieren und Gesetzeslücken im Kodex des Kanonischen Rechts (C.I.C.) über das Bischofsamt zu schließen.

Es ging dem Heiligen Vater darum, „die Wesentlichkeit des Liebesdienstes in der Kirche und seine konstitutive Beziehung zum Bischofsamt in der kanonischen Rechtsordnung angemessen zum Ausdruck zu bringen“ und nach allgemeinen Kriterien zu ordnen.

Der Papst hielt hier nochmals ausdrücklich fest, dass bei allen karitativen Initiativen, auch wenn diese „von der Hierarchie selbst ausgehen oder ausdrücklich von den Hirten mit ihrer Autorität unterstützt werden“, trotzdem sichergestellt werden müsse, dass sie in Übereinstimmung mit den Forderungen der kirchlichen Lehre und den Absichten der Gläubigen geführt werden. Außerdem müsse die Einhaltung rechtmäßiger zivilrechtlicher Vorschriften gewährleistet sein.

„Es obliegt dem jeweiligen Diözesanbischof, darüber zu wachen, dass bei den Aktivitäten und der Leitung besagter Organisationen stets die Vorschriften des allgemeinen und partikularen Kirchenrechts beachtet und die Willensverfügungen jener Gläubigen erfüllt werden, die zu diesen speziellen Zwecken etwa Schenkungen vorgenommen oder Erbschaften hinterlassen haben“, so heißt es in dem päpstlichen Dekret.

Weiterhin sind als Mitarbeiter nur Personen auszuwählen, die die katholische Identität der Werke teilen oder zumindest respektieren (Art. 7). Es ist die Pflicht der Bischöfe, die Gläubigen vor Irreführungen zu bewahren:

„Der Diözesanbischof und der jeweilige Pfarrer haben die Pflicht zu verhindern, dass die Gläubigen in diesem Bereich in die Irre geführt oder zu Missverständnissen verleitet werden. Aus diesem Grund müssen sie verhindern, dass über die Pfarr- oder Diözesanstrukturen für Initiativen Werbung gemacht wird, die zwar karitativ ausgerichtet sind, aber Ziele oder Methoden vorschlagen, die in Widerspruch zur kirchlichen Lehre stehen.“

Es dürfe auch keine Zusammenarbeit mit Organisationen geben, deren Zielsetzungen oder dazu dienlichen Mittel im Widerspruch zur kirchlichen Lehre stehen.

„Die Diözesanbischöfe müssen, wenn nötig, ihre Gläubigen öffentlich darüber in Kenntnis  setzen, dass die Aktivitäten einer bestimmten karitativen Organisation die Anforderungen der kirchlichen Lehre nicht mehr erfüllen. Auch muss er in diesen Fällen die Verwendung der Bezeichnung „katholisch“ untersagen und, sollten sich persönliche Verantwortlichkeiten abzeichnen, entsprechende Maßnahmen treffen.“

Der Papst wies dem Päpstlichen Rat „Cor Unum“ die Aufgabe zu, die Anwendung dieser Rechtsvorschriften zu fördern und darüber zu wachen, dass sie auf allen Ebenen angewandt werden.

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, begrüßte laut KNA die neuen Bestimmungen als „wichtige Klärung" und „Bestärkung für den eingeschlagenen Weg“. [jb]