Papst besucht Steyler Missionare

Das Gute muss weitergegeben werden

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ROM, 10. Juli 2012 (ZENIT.org). – Papst Benedikt XVI. hat am gestrigen Vormittag seinen Urlaubsort Castel Gandolfo kurz verlassen, um dem Zentrum „Ad Gentes“ der Steyler Missionare in Nemi (Rom) einen Besuch abzustatten. In diesem Zentrum (Centro Internazionale della Società del Verbo Divino) hatte der junge Theologe Joseph Ratzinger im Jahr 1965 als Experte des Konzils an den Arbeiten der „Beratungskommission der Missionen“ teilgenommen.

Der Heilige Vater wurde von dem Generaloberen, P. Heinz Kulüke, dem scheidenden Generaloberen, P. Antonio Pernia, und dem Generalprokurator, P. Giancarlo Girardi, willkommen geheißen. Danach betete er in der Kapelle des Hauses mit den ungefähr 150 Teilnehmern des Generalkapitels vor dem ausgesetzten Allerheiligsten.

In seiner Ansprache gab er seiner Freude darüber Ausdruck, nach 47 Jahren wieder einmal in diesem Haus weilen zu dürfen, dessen wundervolle Ruhe und grüne Umgebung er schon damals genossen habe.

Der Papst erinnerte auch an den damaligen Oberen P. Schütte, der in China gelitten hatte, verurteilt und ausgewiesen wurde. Er sei ein Missionar mit großem Elan gewesen, der ausgerechnet ihn, einen jungen, unbedeutenden Theologen, eingeladen habe. Dies habe er als großes Geschenk empfunden.

Er erwähnte auch Fulton Sheen, der mit seinen abendlichen Ansprachen alle fasziniert habe. All dies sei für ihn eine große spirituelle Bereicherung gewesen.

In diesen Tagen sei das Dokument „Lumen gentium“ entstanden, das einhellig von allen Konzilsvätern akzeptiert worden sei. Dort finde man eine trinitarische Ekklesiologie, die zur Grundlage habe, dass es für das Gute wesentlich sei, weitergegeben zu weden. Das Gute, das wir empfangen hätten, weiterzugeben, wurzele in dem Mysterium der Dreifaltigkeit selber, in dem sich der Vater selbst mitteile.

Der Papst gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass die Gemeinschaft im Wachstum begriffen ist. Sie zählt nach den Angaben des Generaloberen 6000 Mitglieder aus vielen Nationen, die in zahlreichen Ländern zum Einsatz kommen. Der missionarische Schwung bleibe nur dann lebendig, wenn er aus der Freude der Frohen Botschaft schöpfe, schloss der Papst seine Ansprache und rief den Segen des Herrn auf alle Teilnehmern herab. [jb]