Papst dankt seinem Staatssekretär

Erneuertes persönliches Vertrauen angesichts der ungerechten Kritik

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VATIKANSTADT, 5. Juli 2012 (ZENIT.org). - Benedikt XVI. hat angesichts der Kritiken und Gerüchte über seinen Staatssekretär persönlich Stellung bezogen. Gestern veröffentlichte der Vatikan eine Mitteilung, die der Heilige Vater am Montag an Kardinal Tarcisio Bertone geschrieben hatte.

Kardinal Bertone hatte geäußert, er stehe persönlich „im Mittelpunkt des Streites“ um manche Skandale, von denen der Vatikan in den vergangenen Monaten betroffen war. So wurde z.B. der sogenannte „Vatileaks-Skandal“ um die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente des Vatikans in manchen Zeitungsberichten als ein Versuch dargestellt, Kardinal Bertone zu entmachten.

Der Papst allerdings teilte seinem Mitarbeiter Folgendes mit:

„Am Vortag meiner Abreise zur Sommerresidenz in Castel Gandolfo möchte ich meine tiefe Hochschätzung für Ihre Diskretion und Ihren weisen Rat zum Ausdruck bringen, die mir besonders in den vergangenen Monaten sehr hilfreich gewesen sind.

Mit Betrübnis habe ich die ungerechte Kritik beobachtet, die gegen Ihre Person gerichtet wurde. Ich möchte Sie erneut meines persönlichen Vertrauens versichern, welches ich Ihnen schon in meinem Brief vom 15. Januar 2010 mitgeteilt habe. Was mich betrifft, ist der Inhalt dieses Briefes unverändert geblieben.

Indem ich Ihr Amt der mütterlichen Fürsprache der Seligen Jungfrau Maria, Helferin aller Christen, und der heiligen Apostel Peter und Paul anvertraue, sende ich Ihnen einen brüderlichen Gruß und den apostolischen Segen als Zeichen all des Guten, das ich Ihnen wünsche“.

Im Juni hatte Kardinal Bertone in einem Interview erklärt, er erlebe diese Ereignisse „mit Betrübnis, zugleich aber im Bewusstsein, dass die wirkliche Kirche an meiner Seite ist“.

Der Kardinalstaatssekretär äußerte seine Meinung, es gebe „einen unnachgiebigen und wiederholten Versuch, einen Keil zwischen den Heiligen Vater und seine Mitarbeiter zu treiben und auch die Mitarbeiter untereinander zu trennen“.

Es gebe Bestrebungen, „jene zu treffen, die mit viel Leidenschaft und unter großen persönlichen Mühen für das Wohl der Kirche arbeiten“.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]