Papst: Der Heilige Geist baut weiter die Kirche auf

Neue Charismen prüfen

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ROM, Freitag, 16. September 2011 (Zenit.org).- Während der Heilige Geist weiter die Kirche aufbaue und neue Charismen erwecke, sei es einerseits die Aufgabe des Bischofs, diese Geschenke dankbar anzunehmen, andererseits aber auch, ihre Echtheit festzustellen und zu beurteilen, so Benedikt XVI. in seiner gestrigen Ansprache vor rund 100 neu geweihten Bischöfen.

Der Papst hatte die Bischöfe anlässlich eines jährlichen Kurses, organisiert von der Kongregation für die Bischöfe und der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, gestern in Castel Gandolfo in Audienz empfangen.

Der Heilige Vater sprach über die Aufgabe der Bischöfe im Hinblick auf „die Charismen, die der Heilige Geist zur Erbauung der Kirche erweckt.“

Papst Benedikt erinnerte die Bischöfe daran, dass „die Bischofsweihe euch die Fülle des Sakraments der Priesterweihe verliehen hat“, und betonte, dass sie „in den Dienst des allgemeinen Priestertums der Gläubigen, ihres geistlichen Wachstums und ihrer Heiligkeit getreten sind.“

„Aus diesem Grund haben die Bischöfe die Aufgabe darüber zu wachen und daran mitzuwirken, dass die Getauften in der Gnade wachsen, in Übereinstimmung mit den Charismen, die der Heilige Geist erweckt und in ihren Herzen und Gemeinden entstehen lässt“, so der Papst.

Benedikt XVI. verwies darauf, dass das Zweite Vatikanische Konzil in Erinnerung gerufen habe, dass „der Heilige Geist die Kirche in Gemeinschaft und Dienstleistung eint, sie durch die verschiedenen hierarchischen und charismatischen Gaben gestaltet und lenkt und sie mit seinen Früchten schmückt.“

Der Papst bezeichnete den jüngsten Weltjugendtag als ein Zeichen der „Fruchtbarkeit der Charismen der Kirche“, dies sei ein Beweis für „eine Lebendigkeit, mit der die Evangelisierungsarbeit und die Gegenwart Christi in der Welt gestärkt werden.“

„Wir vermögen zu sehen - und es ist zum Greifen nahe -, dass der Heilige Geist heute noch in der Kirche anwesend ist und Charismen und Einheit hervorbringt“, fügte der Papst hinzu.

„Denkt immer daran, dass die Gaben des Heiligen Geistes - seien sie außergewöhnlich oder einfach und bescheiden - immer großzügig zur Erbauung der ganzen Kirche geschenkt werden“, erklärte der Heilige Vater. „Der Bischof hat als ein sichtbares Zeichen der Einheit der eigenen Teilkirche die Pflicht, die charismatische Vielfalt zu vereinheitlichen und zu harmonisieren und sich um die Gegenseitigkeit in der Beziehung von hierarchischem Priestertum und allgemeinem Priestertum der Gläubigen zu bemühen.“

Benedikt forderte die Bischöfe auf, „die Charismen dankbar für die Heiligung der Kirche und zur Belebung des Apostolats anzunehmen.“

Gleichzeitig machte der Papst darauf aufmerksam, dass die Anerkennung der Charismen „untrennbar verbunden ist mit dem Urteilsvermögen, das zum Auftrag des Bischofs gehört“: „Das Zweite Vatikanische Konzil nahm dies auf, indem es den priesterlichen Amtsträgern die Aufgabe der Beurteilung der Echtheit der Charismen und deren korrekte Anwendung zuerkannte, ebenso die Aufgabe, den Geist nicht auszulöschen, sondern zu prüfen und das Gute zu behalten.“

Deshalb müsse klar sein, dass „es kein Charisma geben darf, das sich nicht auf die Hirten der Kirche bezieht und sich ihnen unterwirft“, unterstrich der Papst.

„Durch die Annahme, Beurteilung und Beauftragung der verschiedenen Gaben und Charismen leistet der Bischof dem allgemeinen Priestertum der Gläubigen einen bedeutsamen und wertvollen Dienst, ebenso wie der Lebendigkeit der Kirche, die als Braut des Herrn leuchten will, bekleidet mit der Heiligkeit ihrer Kinder.“

[ZENIT-Übersetzung aus dem Englischen]