Papst: die Kathedrale in Moskau - ein Denkmal der Marienverehrung

Brief anlässlich der Hundertjahrfeier ihrer Weihe

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ROM, 19. September 2011 (ZENIT.org) .- Papst Benedikt XVI. hat Kardinal Jozef Tomko, den Sondergesandten für die Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der Weihe der Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis in Moskau, Russland, ermutigt, die katholischen Gläubigen Russlands in ihrer Verehrung der Gottesmutter Maria zu stärken.

Dies äußerte der Papst in einem Brief in lateinscher Sprache an den emeritierten Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker im Hinblick auf die am Sonntag, den 25. September, stattfindenden Feier.

Zu diesem Anlass wird der Kardinal von einer Mission begleitet, zu der Don Viktor Jakubov, nationaler Direktor für die Päpstlichen Missionswerke in der Slowakei und ehemaliger Spiritual und Präfekt des interdiözesanen Priesterseminars Königin der Apostel in St. Petersburg und Don Joseph Zanevsky SDB, Pfarrer der Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis in Moskau, gehören.

In dem Brief erinnert der Papst an den Glauben und die Marienverehrung, die seit Jahrhunderten im christlichen Volk lebendig bezeugt sind, und daran, dass die Muttergottes große himmlische Gnaden geschenkt habe. Besonders hebt der Papst hervor, dass in dieser Hinsicht die Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis in Moskau ein bemerkenswertes Denkmal sei.

Die Kirche wurde von dem Architekten Tomash Bogdanovich nach neo-gotischem Stil, inspiriert von der Westminster Abbey in England, entworfen. Man begann mit dem Bau 1899;  im Dezember 1911 fand dort die erste Feier statt. Der Papst erinnerte daran, dass die Basilika 1935 im Auftrag Stalins beschlagnahmt und 1937 als erste katholische Kirche von den Bolschewiki geschlossen worden war.

Sie wurde in eine Fabrik umgewandelt, grob entstellt und geplündert. In der Tat, dort, wo einst der Altar stand, befand sich nun eine Toilette.

Am Festtag der Unbefleckten Empfängnis, am 8. Dezember 1990, feierte Pater Tadeusz Pikus, Kaplan der katholischen Polen in Moskau, nach 60 Jahren zum ersten Mal eine heilige Messe auf den Stufen dieser großartigen Kirche, die zu diesem Zeitpunkt noch eine Fabrik war.

Im April 1991 gründete Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz die Pfarrgemeinde der Unbefleckten Empfängnis und seit Juni desselben Jahres werden regelmäßig mit den Gläubigen heilige Messen im Innenhof der Kirche gefeiert.

Seit 1993 wurde damit begonnen, auf dem Komplex ein großes diözesanes Priesterseminar zu errichten. Die Katholiken begannen einen harten Kampf um die Rückerstattung der Kirche, die weiterhin illegal als Fabrik besetzt wurde. Die Rückgabe erfolgte am 13. Januar 1996 und am 12. Dezember 1999 fand die erneute Einweihung der Kathedrale statt.

In dem Brief fuhr der Papst fort: „Wir ermutigen die Menschen zu einer beständigen Verehrung der heiligen Muttergottes, damit auf ihre Fürsprache Christus, der Herr, ein rechtschaffenes Leben, die höchste Achtung vor dem Gesetz Gottes, eine aufrichtige Liebe und ein friedliches Zusammenleben der Völker schenke.“

Die Feierlichkeiten zum hundertjährigen Jubiläum der Kathedrale – so Radio Vatikan – beinhalten verschiedene Konzerte mit geistlicher Musik, die Einweihung eines Denkmals für Mutter Teresa von Kalkutta, eine Fotoausstellung und eine Buch- und Filmpräsentation über die Geschichte der Kathedrale.

Die heilige Messe unter dem Vorsitz von Kardinal Jozef Tomko wird in Konzelebration mit Bischöfen aus Russland, Polen, USA, Weißrussland, Kasachstan und Litauen konzelebriert werden.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]