Papst empfiehlt Stille, um Nachdenken und echte Kommunikation zu ermöglichen

In der Überfülle an Nachrichten ist Stille ist nötig

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VATIKANSTADT, 25. Januar 2012 (Zenit.org).- „Wenn die Fülle von Nachrichten und Informationen überhandnimmt, wird Stille notwendig, um das Wichtige von Unwichtigem und Nebensächlichem zu unterscheiden“.

Diese Überlegung äußerte Benedikt XVI. gestern zum Welttag der Kommunikation, den er dieses Jahr dem Thema „Stille und Wort: Weg der Evangelisierung“ widmete.

Der Papst hat auf die Notwendigkeit verwiesen, ein Gleichgewicht zwischen Stille und Wort zu finden: „Wenn Wort und Stille sich gegenseitig ausschließen, bricht die Kommunikation zusammen, weil entweder Verwirrung oder, im Gegenteil, Kälte entsteht; wenn sie sich aber gegenseitig vervollständigen, dann gewinnt die Kommunikation an Wert und Sinn“.

Stille „lässt eine noch aktivere Kommunikation entstehen, weil sie Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit zum Zuhören erfordert. Oft werden dadurch das wahre Maß und die Natur von Beziehungen klarer“, so der Papst.

Indem er das Internet als ein Forum für Fragen und Antworten betrachtete, sagte der Heilige Vater: „Die Menschen werden heute oft mit Antworten auf Fragen und Bedürfnisse bombardiert, die sie nie gestellt haben und deren sie sich nicht bewusst waren. Wenn wir die wirklich wichtigen Fragen erkennen und uns darauf konzentrieren wollen, dann ist die Stille ein wertvolles Mittel, um im Überfluss der Reize und Daten, die wir empfangen, Ordnung zu schaffen“.

„Letztlich zeigt dieser ständige Fluss von Fragen die Ruhelosigkeit der Menschen, die fortwährend nach großen und kleineren Wahrheiten suchen, die ihrem Leben Sinn und Hoffnung geben dürfen. Männer und Frauen können sich nicht mit einem oberflächlichen und unkritischen Austausch skeptischer Meinungen und Lebenserfahrungen zufrieden geben – wir alle sind auf der Suche nach Wahrheit, und dieses tiefe Bedürfnis verbindet uns heute mehr als je zuvor“.

Die Stille sei es auch, die wir brauchen, um zu Gott zu sprechen, rief der Papst in Erinnerung.

„Wenn Gott auch in der Stille zu uns spricht, so entdecken wir andererseits in der Stille eine Möglichkeit, zu Gott und über Gott zu sprechen“.

„In der stillen Kontemplation wird das Ewige Wort, durch das die Welt erschaffen wurde, auf immer mächtigere Weise lebendig, und wir werden uns des Heilsplans bewusst, den Gott durch die gesamte Weltgeschichte in Wort und Tat verwirklicht“, fuhr der Papst fort.

Zum Abschluss sagte er: „Wort und Stille: Kommunikation erlernen heißt zuhören und betrachten genauso wie sprechen zu erlernen.

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]