Papst erinnert daran, dass das wissenschaftlich Mögliche nicht immer moralisch ist

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VATIKAN, 14. August 2001 (ZENIT.org).- Der Heilige Stuhl hat am Montag die Botschaft des Papstes zum Welttag der Kranken veröffentlicht, der am 11. Februar 2002 stattfindet.



Darin erinnert der Papst unter anderem daran, dass nicht alles wissenschaftlich Machbare deshalb auch moralisch vertretbar ist.

Der nächste Welttag der Kranken, der zehnte in der Geschichte, fällt mit dem Fest Unserer lieben Frau von Lourdes zusammen.

"Die Suche nach neuen effizienten Wegen, Leid zu lindern, ist richtig, doch ist Leid weiterhin etwas Grundlegendes im menschlichen Leben", so der Papst in seiner Botschaft. "Forschung und medizinische Behandlung erklären das Leid nicht in Gänze, noch können sie es völlig besiegen".

"Um die fundamentale und definitive Bedeutung des Leids zu entdecken, ´müssen wir unseren Blick auf die Offenbarung der göttlichen Liebe richten. Sie ist die letzte Quelle des Sinnes alles Seienden´. Die Antwort auf die Bedeutung des Leids wurde den Menschen von Gott am Kreuz Jesu Christi gegeben. Das Leid als Folge der Erbsünde nimmt eine neue Bedeutung an: es wird zur Teilnahme am Heilswerk Jesu Christi", so der Papst.

Die Botschaft würdigt in besonderer Weise die Bemühungen "unzähliger Männer und Frauen auf der ganzen Welt, die im Gesundheitsbereich tätig sind, wie Leiter von Gesundheitszentren, Krankenseelsorger, Ärzte, Forscher, Krankenschwestern, Pharmazeuten, Krankenpersonal und Freiwillige. In meinem postsynodalen Apostolischen Schreiben Ecclesia in Asia habe ich daran erinnert, dass ich bei meinen verschiedenen Besuchen der Kirche in den verschiedensten Teilen der Welt bei sehr vielen Gelegenheiten zutiefst ergriffen war von dem außerordentlichen christlichen Zeugnis verschiedener Gruppen von Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind, insbesondere im Bereich von behinderten Menschen und Kranken im Endstadium, aber auch von allen, die gegen die Ausbreitung von neuen Krankheiten wie Aids kämpfen", fügte der Papst hinzu.

"Durch den Welttag der Kranken bringt die Kirche ihre Dankbarkeit und Wertschätzung für den selbstlosen Dienst vieler Priester, Ordensleute und im Gesundheitswesen engagierter Laien zum Ausdruck, die sich großzügig für die Kranken, Leidenden und Sterbenden einsetzen, indem sie ihre Kraft und Inspiration aus dem Glauben an den Herrn Jesus Christus und aus dem Gleichnis des Barmherzigen Samariters beziehen".

Der Papst hebt mit Nachdruck hervor, dass "die Kirche auf dem Prinzip besteht, dass alles technisch Machbare nicht unbedingt moralisch zulässig ist". Die jüngsten enormen Fortschritte und die Fähigkeit der Medizin übereignen uns allen eine große Verantwortung für das Geschenk des Lebens, das Gott uns gewährt und das immer ein Geschenk ist in allen Lebensumständen".

In diesem Sinne bittet der Papst die Katholiken und Menschen guten Willens, "wachsam zu sein gegen alle Verletzung und Unterdrückung des menschlichen Lebens. Wir ... sind die Wächter des Lebens und nicht seine Besitzer. Vom Moment der Empfängnis an ist das menschliche Leben ein Teil des Schöpfungsaktes Gottes und verbleibt immer in besonderer Verbundenheit mit dem Schöpfer, dem Quell des Lebens und dessen einziges Ziel".

Zum Abschluss heißt es: "Fest verwurzelt in der Nächstenliebe setzen die christlichen Institutionen im Gesundheitswesen die Mission Jesu fort, den Schwachen und Kranken beizustehen, und überall dort, wo es eine Kultur des Lebens gibt und diese zugesichert wird, erfüllen sie weiterhin die Erwartungen, die ein jeder leidende Mensch an sie stellt".