Papst erinnert Kardinäle an die Notwendigkeit einer streitenden Kirche

Dem Bösen entgegentreten, das sich heute als Gutes maskiert und die moralischen Fundamente der Gesellschaft zersetzt

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VATIKANSTADT, 22. Mai 2012 (ZENIT.org). – Anlässlich eines Mittagessens im Apostolischen Palast mit Kurienkardinälen zur Nachfeier seines 85. Geburtstags und seines Priesterjubiläums hat Papst Benedikt XVI. in einer kurzen Ansprache an die Notwendigkeit der „ecclesia militans“ (der „streitenden Kirche“) erinnert, um dem Bösen in der Welt entgegenzutreten, das die Welt beherrschen wolle und heute oft auch in der Verkleidung des Guten die moralischen Werte der Gesellschaft zersetze. Der Begriff scheine heute etwas aus der Mode gekommen, aber mit Blick auf die Realität könnten wir immer besser verstehen, wie wahr er sei und dass er die Wahrheit in sich trage.

Der Papst dankte auch dem Herrn für die vielen Jahre, die er ihm zugestanden habe, für die Tage voll Freude, aber auch für die „dunklen Nächte“, die nötig und gut gewesen seien, wie er im Rückblick erkenne. Die ganze Geschichte sei eine Geschichte des Kampfes zwischen zwei Arten von Liebe: der Selbstliebe bis hin zur Verachtung Gottes und der Liebe Gottes bis zur Selbsthingabe, so zitierte der Heilige Vater den hl. Augustinus. Der Papst ermunterte die Versammelten, in der Gewissheit, dass der Herr die Welt besiegt habe, als Siegermannschaft mutig den Kampf aufzunehmen. Wörtlich sagte Benedikt XVI.:

„Ich danke vor allem dem Herrn für die vielen Jahre, die er mir zugestanden hat; Jahre voller Tage der Freude, herrliche Zeiten, aber auch dunkle Nächte. Aber im Rückblick versteht man dann, dass auch die Nächte nötig und gut waren und ebenfalls ein Grund zum Danken sind. Der Begriff „ecclesia militans“ (streitende Kirche) ist heute etwas aus der Mode gekommen, aber in der Realität können wir immer besser verstehen, dass er wahr ist, dass er die Wahrheit in sich trägt. Wir sehen, wie das Böse die Welt beherrschen will, und dass es nötig ist, in den Kampf gegen das Böse einzutreten. Wir sehen, wie es dies in vielerlei Formen tut...aber auch in der Maske des Guten und so die moralischen Grundlagen der Gesellschaft zersetzt. Der heilige Augustinus sagte, dass die ganze Geschichte ein Kampf zwischen zwei Arten von Liebe sei: der Eigenliebe bis hin zur Verachtung Gottes; die Liebe Gottes bis hin zur Selbstentäußerung und Selbsthingabe. Wir stehen in diesem Kampf, und in diesem Kampf ist es sehr wichtig, Freunde zu haben. Was mich angeht, so bin ich von den Freunden des Kardinalskollegiums umgeben: Das sind meine Freunde und hier fühle ich mich zuhause, in dieser Gesellschaft großer Freunde, die mit mir zusammen für den Herrn eintreten, fühle ich mich sicher. Danke für diese Freundschaft…Ihnen sei Dank für die Gemeinschaft in Freud und Leid. Schreiten wir voran, der Herr hat gesagt: Mut, ich habe die Welt besiegt“, so der Papst und versicherte, dass eine „Mannschaft des Herrn“ immer die Siegermannschaft bleibe.[jb]