Papst eröffnet Seelsorgekongress seiner Diözese Rom

Die Kirche ist eine Mutter

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 313 klicks

Am Montagabend eröffnete Papst Franziskus in seiner Funktion als Bischof von Rom den Seelsorgekongress seiner Diözese in der Audienzhalle des Vatikans. In seiner frei gesprochenen Ansprache würdigte er zu Beginn das Schreiben „Evangelii nuntiandi“ von Paul VI., der das Dokument von 1975 selbst geschrieben habe, da die betreffende Synode zu keiner Übereinstimmung gelangt war. Er sagte, der Relator, Karol Wojtyla, habe am Ende die Dokumente dem Papst mit den Worten „Bruder, mach etwas daraus“ überreicht. Er nannte  das Dokument das pastorale Testament des großen Papstes und wesentlich für die Evangelisierung.

Dann ermutigte Papst Franziskus  die Kirche seines Bistums dazu, den Aspekt der Kirche als einer zärtlichen und fürsorglichen Mutter mehr in den Vordergrund zu rücken. In seiner Ansprache sagte er:

„Wenn wir als Kirche keine Kinder hervorbringen, wenn wir steril sind, dann läuft etwas schief. Die Kirche will Mutter sein. Sicher, wir brauchen Pastoralpläne, aber das ist nicht das Wesentliche, sondern nur eine Hilfe zur Mütterlichkeit der Kirche. Wenn die Kirche keine Kinder hat, wird sie eine alte Jungfer. Und sie macht nicht bloß Kinder, die Kirche, sondern es ist ihre Identität, welche zu machen, das heißt zu evangelisieren.“

Indem er sich auf Benedikt XVI. bezog sagte Papst Franziskus zu den Anwesenden, die Kirche wachse nicht durch Proselytismus, sondern durch ihre mütterliche Anziehungskraft. Er appellierte an die anwesenden Seelsorgemitarbeiter, mehr Mütterlichkeit zu vermitteln und zu zeigen, was sich in der Aufnahme, der Zärtlichkeit, der Verfügbarkeit und des Schenkens von Zeit zeige. Er fuhr fort:

„Die Leute, die zu uns kommen, wissen, dass die Kirche diesen Schatz des Blickes von Jesus bereithält. Und den müssen wir allen schenken. Wir müssen das Herz von Jesus haben, der Mitleid hatte mit den müden, zerstreuten Menschen, die wie eine Herde ohne Hirt waren. Ich träume von einer Kirche, die vom Mitleid Jesu lebt. Fühlen mit den anderen, wie eine Mutter, die ihre Kinder mit Anteilnahme streichelt. Nicht nur das Herz, sondern auch der Blick. Die Zärtlichkeit des Blickes von Jesus. Die Leute erwarten sich von uns den Blick von Jesus, auch wenn sie das nicht wissen. Die ganze Pfarrei muss einladend sein. Wie einladend sind unsere Pfarreien? Sind wir in der Lage, die Sprache der Jugendlichen zu sprechen, im Sport, in der neuen Technik? Werden wir mutig, neue Möglichkeiten zu probieren, damit unsere Kirchen immer offene Türen haben.“

Abschließend ging Papst Franziskus auf das Amt des Pfarrers ein, Dank derer – in diesem Fall die italienische – Kirche stark sei. Pfarrer zu sein sei schwer, so der Papst, schwerer, als Bischof zu sein. Er sagte:

„Ich habe die Pfarrer sehr gern, denn Pfarrer zu sein ist nicht einfach! Es ist einfacher Bischof zu sein, als ein Pfarrer... Denn wir Bischöfe haben immer die Möglichkeit, Distanz zu nehmen oder uns hinter „Ihrer Exzellenz“ zu verstecken: Das schützt uns! Aber Pfarrer zu sein, wenn sie an deine Tür klopfen: ‚Aber Vater, dies und dies; Vater hier und Vater da…‘ Das ist nicht einfach.“