Papst fordert mehr Einsatz für endgültige Ausrottung der Lepra

49. Tag der Leprakranken auf der Welt

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VATIKAN, 27. Januar 2002 (ZENIT.org).- Johannes Paul II. hat diesen Sonntag darum gebeten, alles Mögliche zu tun, um die Lepra endgültig zu bekämpfen, eine Krankheit, an der täglich 2000 Menschen erkranken.



"Es verbreiten sich weiterhin Krankheiten, die auf dem Papier bekämpft erscheinen, wie etwa die Hansen-Krankheit, üblicherweise Lepra genannt", klagte der Papst vor dem Angelusgebet bei der Begegnung mit den Pilgern auf dem Petersplatz.

Der Heilige Vater hat erklärt, dass sein Appell mit dem 49. Welttag der Leprakranken zusammenfällt, der dazu beitragen soll, "in der öffentlichen Meinung die Aufmerksamkeit gegenüber allen von dieser Krankheit befallenen hochzuhalten, und die Anstrengungen zu erhöhen, sie ganz auszurotten".

Nach Angaben der vatikanischen Missionsnachrichtenagentur Fides ist die Lepra im Zeitalters des Klonens und der Genmanipulation nicht etwa zurückgegangen, sondern es gibt arme Gegenden der Welt, in denen sie sich verbreitet.

Auf der ganzen Welt sind 11 Millionen Menschen von der Lepra gezeichnet, 750.000 sind schwer erkrankt. Obgleich es seit Jahrzehnten Therapien gegen Lepra gibt, kommen jeden Tag 2000 Fälle hinzu.

Die vollständig Heilung für einen Leprakranken kostet 130 Euro. Leider sind diejenigen Länder, in denen sie weitverbreitet ist, auch die ärmsten und sind meist aus ökonomischen und organisatorischen Gründen nicht in der Lage, die Krankheit wirksam zu bekämpfen.

"Es bleibt zu sagen, dass die Pharmaindustrie auch kein Interesse daran hat, Geld für die Erforschung eines Impfmittels für die Ärmsten in der Welt zu investieren", fügt Fides hinzu.

Die Hälfte der Kranken in der ganzen Welt erhält Therapien ausschließlich von humanitären Organisationen. Die Kirche ist traditionsgemäß an vorderster Front in der Leprakrankenhilfe. In der ganzen Welt gibt es derzeit 875 Leprastationen, die von katholischen Institutionen geführt werden.

Nach offiziellen Statistiken der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Lepra in 91 Ländern noch verbreitet, davon in 25 davon endemisch, und in 19 Fällen ein Problem der öffentlichen Gesundheit. Aus Ländern wie Guinea Bissau oder Somalia sind aufgrund von Krieg und Unsicherheit keine verlässlichen Daten zu erfahren. Indien hat 75% der weltweiten Leprakranken, danach kommt Brasilien mit 7%.