Papst fordert von Kuba Religionsfreiheit und Einreiseerleichterungen für Missionare

Empfang des neuen Botschafters Raul Roa Kouri

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ROM, 10. Januar 2005 (ZENIT.org).- Anlässlich des Empfangs des neuen Botschafters aus Havanna, Raul Roa Kouri, forderte Johannes Paul II. vergangenen Samstag die kubanische Regierung dazu auf, eine "wirkliche Religionsfreiheit" zuzulassen.



Konkret verlangte der Heilige Vater von Fidel Castro, dem er "Beste Gesundheit" wünschte, Missionaren aus anderen Nationen die Einreise nach Kuba zu erlauben. Derzeit ist sie erst nach ausdrücklicher Genehmigung durch das Büro für Religiöse Angelegenheiten des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas möglich – ein Verfahren, dass selten zur Einreise führt. Gerade "damit die Kirche unter dem kubanischen Volk das Allgemeinwohl wirksamer fördern kann ist es wünschenswert, dass sie in einer Atmosphäre wirklicher Religionsfreiheit bereits bestehende Verbindungen der Solidarität zu anderen Schwesterkirchen aufnehmen und verstärken kann", fügte Johannes Paul II. deshalb hinzu.

Der Papst betonte das Recht der Kirche, das soziale Leben mit ihrer Lehre zu erleuchten. Damit meinte er die Förderung der Menschenwürde, die Stärkung der Familie sowie die "Erziehung neuer Generationen in einer Kultur des Friedens, des Lebens und der Hoffnung".

In seiner Ansprache vor Botschafter Roa Kouri, in der Vergangenheit kubanischer Botschafter vor der UNESCO und in Frankreich, kritisierte der Heilige Vater aber ebenso das von den USA über Kuba verhängte Handelsembargo.

Abschließendes Lob des Heiligen Vaters erntete die kubanische Regierung für ihre "Solidaritätsgesinnung" gegenüber Ländern, die Not leiden.

Heute sorgt in Kuba ein Seelsorger für rund 37.063 Einwohner – mehr Personen als irgendwo sonst auf der Welt. Im Nachbarstaat Mexiko kommen auf einen Priester 7,143 Personen, in den USA 5.893, in Italien immerhin "nur" 1.059. Rund 55% der 11 Millionen Bewohner Kubas sind katholisch.