Papst Franziskus beantwortet Fragen junger Menschen

Besuch in Assisi am 4. Oktober 2013

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 438 klicks

Während des Besuchs in Assisi am 4. Oktober 2013 war um 17.45 Uhr eine Begegnung von Papst Franziskus mit Jugendlichen aus Umbrien auf dem Platz vor der Basilika Santa Maria degli Angeli angesetzt. Die Jugendlichen hatten Gelegenheit, dem Heiligen Vater vier Fragen zu stellen, die die Themenbereiche Familie, Arbeit, Berufung und Mission betrafenund die Papst Franziskus im Anschluss beantwortete.

Das junge Ehepaar Nicola und Chiara Volpi aus Perugia-Città della Pieve stellte die erste Frage, die den Themenkreis „Familie“ ansprach. Das junge Paar ersuchte um Rat, wie die Kirche, die Priester und sie selbst dazu beitragen könnten, dass ihre Ehe dem Alltag und den Schwierigkeiten standhalte.

Die zweite Frage, die von Danilo Zampolini aus Spoleto-Norcia und David Girolami aus Foligno gestellt wurde, betraf den Komplex „Arbeit“. Auch die Region Umbrien sei von der Wirtschaftskrise gezeichnet, die Zukunft unsicher. Daher suchten die beiden Rat, wie die Menschen trotz der schweren Krise die Hoffnung nicht verlören, sondern eine Menschen und Gott würdige Zukunft aufbauen könnten.

Benedetto Fattorini aus Orvieto-Todi und Chiaroli Maria aus Terni-Narni-Amelia stellten Papst Franziskus eine Frage zur Berufung, wie sie die vom Herrn geschenkten Talente nutzen sollten. Sie seien sich unsicher, ob sie ihr Leben in den Dienst Gottes stellen sollten, sie wüssten nicht, woran sie ihre Berufung erkennen könnten, und baten, ob der Heilige Vater einen Rat geben könne.

Die letzte der vier Fragen von Luca Nassuato aus Assisi-Nocera Umbra-Gualdo Tadino, Mirko Pierli aus Città di Castello und Petra Sannipoli aus Gubbio betraf den Aspekt der Mission. Die drei Fragesteller erbaten einen Rat, wie sie zur Verbreitung des Glaubens beitragen könnten.

Papst Franzisius beantwortete die an ihn gerichteten Fragen in chronologischer Reihenfolge.

Zur Eheschließung und Familiengründung bedürfe es vielen Mutes. Die Ehe sei eine Berufung, sie sei ein Sakrament. Eltern und Großeltern hätten unter schwierigen Bedingungen wie Krieg usw. geheiratet. Ihre Kraft hätten sie aus der Gewissheit geschöpft, dass der Herr bei ihnen sei, und auf diese Weise hätten sie alle Hürden gemeinsam überwunden.

Die Gesellschaft von heute konzentriere sich mehr auf das Individuum als auf die Familie. Egoismus sei eine der großen Bedrohungen für die Ehe, genauso der Übergangscharakter, der vielen Beziehungen und Dingen anhafte. Doch Jesus habe uns nicht nur vorübergehend, sondern für immer erlöst.

Die Kirche biete jungen Paaren verschiedene Kurse an; auch Familien seien in Bewegungen organisiert. Diese Orientierungspunkte hälfen allen. Darüber hinaus gebe es noch die Möglichkeit der Adoption, der Pflegeelternschaft oder Häusern für Familien. Die Menschen dürften keine Angst davor haben, konkrete Entscheidungen und Schritte zu vollziehen. Die Familie sei die Berufung, die Gott Mann und Frau einbeschrieben habe.

Eine andere Form der Berufung sei das Gott geweihte Leben in Enthaltsamkeit und Jungfräulichkeit, womit Papst Franziskus auf die dritte Frage einging. Beten und Gehen in der Kirche seien zwei Elemente, die miteinander verbunden seien. Am Anfang einer jeden Berufung stehe immer eine intensive Gotterfahrung, die man sein Leben lang nicht vergesse. Es sei wichtig, täglich zu Gott zu beten, zu sprechen, ein vertrautes Verhältnis zum Herrn zu haben. Die Liebe zum Herrn sei schön, wahr und verdiene unser ganzes Vertrauen. Die Bindung zu Gott schließe ein Eheverhältnis aus, doch sei sie ein Ja, eine Antwort auf das vollkommene Ja Christi uns gegenüber.

Zur Beantwortung der vierten Frage äußerte Papst Franziskus, dass in Assisi die Stimme des heiligen Franziskus zu vernehmen sei. Das Evangelium betreffe nicht nur den Einzelnen, sondern die ganze Gesellschaft und Kultur. Gott sei stärker als alles Übel. Wenn Jesus das Übel besiegt habe, so sei es auch Aufgabe jedes einzelnen, dem Weg Jesu zu folgen.

Das Evangelium habe zwei Botschaften: erstens, den Glauben zu wecken, zweitens, die Welt gemäß dem Willen Gottes zu gestalten. Die beiden Bestandteile seien eine einzige Mission. Das Leben diene dazu, das Evangelium zu leben und zu bezeugen. Franziskus sei ein Beispiel dafür, er habe die Gesellschaft erneuert und sie brüderlicher gestaltet. Diesem Beispiel sollten die jungen Menschen aus Umbrien folgen.

Der Papst schloss mit den Worten, er könne weder Gold noch Silber, aber das Evangelium anbieten, was viel kostbarer sei. Die jungen Menschen sollten voll Mut und Zuversicht sein.