Papst Franziskus begegnet seinem Cousin

Jorge Bergoglio berichtet von seinem Besuch beim berühmten Verwandten: "Er war in sehr guter Form"

Rom, (ZENIT.org) H. Sergio Mora | 308 klicks

Jorge Bergoglio – nicht der Papst sondern dessen in Córdoba, Argentinien, lebender Cousin – begab sich mit zwei seiner drei Kinder nach Rom, um Franziskus im Rahmen der Generalaudienz vom 25. Juni 2014 zu begrüßen.

Am darauf folgenden Tag nahm er an der morgendlichen Messe im Gästehaus Santa Marta teil und nahm anschließend mit dem Heiligen Vater das Frühstück ein. Von seinem Cousin, den er in „ausgezeichneter Form“ vorfand, hätte er nie gedacht, dass er Papst werden würde. Gegenüber ZENIT beschrieb er seine Reaktion darauf folgendermaßen: „Als ich davon erfuhr, begann ich im Garten vor dem Haus zu laufen, als ob ich vom Wahnsinn verfolgt wäre.“

Am vergangenen Samstag, dem 28. Juni, fuhr Jorge anlässlich eines vom örtlichen Bürgermeister organisierten kleinen und herzlichen Empfangs nach Santena (Turin); der Empfang wurde fotografisch begleitet. Anschließend trafen sich die Bergoglios mit den diesseits des Atlantiks lebenden etwa hundert Verwandten zu einem gemeinsamen Abendessen. Der Cousin des Papstes bezeichnete es als eine Ehre und eine Verantwortung für alle Mitglieder der Familie, einen Papst in ihrer Mitte zu haben.

Wie beschreiben Sie die Begegnung mit Ihrem Cousin, dem Papst?

Wir besuchten zuerst die Generalaudienz und befanden uns dort an dem privilegierten Ort des sogenannten „Handkusses“. Danach nahmen wir an der hl. Messe in Santa Marta teil, deren Besucherzahl auf etwa 50 Personen beschränkt war. Nach der hl. Messe hatten wir Gelegenheit zu einem Gespräch mit ihm, für die Übergabe von Geschenken und Objekten seitens der Verwandten aus Córdoba. Anschließend nahmen wir in Santa Marta das Frühstück ein.

Seit Ihrem letzten Treffen mit ihm sind nun einige Jahre vergangen. Worüber hat Franziskus mit Ihnen gesprochen?

Er hat Folgendes zu mir gesagt: „Es freut mich sehr, dich zu sehen. Du siehst gut aus.“ Später fragte er mich nach uns und unserer Familie. Er wirkte froh, sehr froh, und wir haben festgestellt, dass er auch ein wenig Spiritualität in der Familie braucht.

Hätten Sie sich jemals gedacht, dass er zum Papst gewählt werden könnte?

Nein, das war eine außergewöhnliche Überraschung. Als ich davon erfuhr, begann ich wie wahnsinnig im Garten vor dem Haus herumzulaufen. Dadurch kommt unserer großen Familie auch eine Art Verantwortung zu; wir sind dazu aufgefordert, mit unserem privaten und öffentlichen Leben einen größeren Einsatz zu vollbringen.

Haben Sie als Jugendliche gemeinsam gebetet?

Nein, als ich ihn kennenlernte, war er bereits älter; er war Oberer der Jesuiten in Córdoba. Dann kam es zu einem Familientreffen aller Cousins mit ihm und wir aßen gemeinsam zu Mittag. Wir wurden in Buenos Aires auch in Audienz von ihm empfangen und blieben stets in Kontakt. Er war immer sehr sympathisch und tief.

Welchen Eindruck hat er diesmal in Ihnen hinterlassen?

Einen wunderbaren; den Eindruck eines Menschen, der Glück, Sympathie, Spiritualität ausstrahlt und einfach phantastisch ist.

Haben Sie Unterschiede zu dem Ihnen bekannten Bergoglio festgestellt?

An ihm hat sich eine außergewöhnliche Verwandlung vollzogen. Seine Botschaft ist unverändert geblieben. In der Zwischenzeit ist er sich seines großen Einflusses und seines Handlungsspielraumes bewusst geworden, die seiner Position als der weltweit wichtigste geistliche Führer erwächst. Zwei meiner Kinder waren hier. Die Möglichkeit, ihm zu begegnen hat sie tief bewegt.