Papst Franziskus bestätigt die Liturgie des Neokatechumenalen Weges

Die Bedeutung des Papstbriefes an Kiko Argüello

Rom, (ZENIT.org) Junno De Jesús Arocho Esteves | 318 klicks

Das Staatssekretariat hat am 3. April einen Brief des Heiligen Vaters an Kiko Argüello, der zusammen mit Carmen Hernandez der Initiator des Neokatechumenalen Weges ist, gesandt. In diesem wird die liturgische Praxis des Neokatechumenalen Weges bezüglich der Eucharistie und der Osternacht bestätigt.

In diesem Brief bestätigt der Heilige Vater: „Was die Feier der Ostervigil und der Sonntagseucharistie betrifft, (…) stellen die in ihrer Vollständigkeit gelesenen Artikel 12 und 13 (der Statuten) den maßgebenden Rahmen dar, auf den man sich beziehen muss.“

Der Brief ist die Antwort auf einen vorausgehenden Brief von Kiko Argüello, in dem dieser seiner Beunruhigung darüber Ausdruck verlieh, dass die Worte, die der Heilige Vater an die Versammlung von 12.000 Neokatechumenen am 1. Februar 2014 gerichtet hatte, von verschiedenen Seiten negativ ausgelegt wurden.

In seiner Antwort bestätigt Papst Franziskus nicht nur die volle Gültigkeit der Statuten des Neokatechumenalen Weges, sondern betonte auch, dass er „die evangelisierende Dynamik des Neokatechumenalen Weges“ sehr gut kenne, sowie auch „die Erfahrung der authentischen Lebensbekehrung von sehr vielen Gläubigen und die Früchte des Guten, die dank der Anwesenheit der Gemeinschaften in aller Welt entstanden sind.“

Der Papst „versichert Kiko Argüello und allen Mitgliedern des Weges seine väterliche Nähe und seine liebevolle Ermutigung .“ Der Brief schließt, indem er dem Initiator des Weges die „Nähe“ und die „Erinnerung im Herrn“ seitens des Heiligen Vaters zusichert, während „er von ganzem Herzen der internationalen Equipe und allen Mitgliedern des Neokatechumenalen Weges den Apostolischen Segen sendet.“

In einem Gespräch mit ZENIT hat Kiko Argüello die Bedeutung des Schreibens erläutert.

Kiko Argüello: Im Verlauf der Audienz mit dem Papst am 1. Februar sandte Franziskus 450 Familien nach China, Vietnam, Indien und in die Mongolei in Mission, sowie in viele andere Städte Europas und der ganzen Welt.

In seinen Weisungen an die Familien, –  angesichts der vielen Kinder war er voller Freude –, sagte er, dass man manchmal zu Gunsten der kirchlichen Communio in der Diözese, in die die Familien gesandt werden, auf „einige Details“ verzichten könne. Wir sind damit einverstanden, dass die kirchliche Communio sehr wichtig ist, aber diese Worte sind aus dem Zusammenhang gerissen worden und von einigen Gegnern des Weges negativ ausgelegt worden: sofort haben sie die gemeinschaftlich gefeierte Eucharistie am Samstagabend, zur Vigil des Sonntags beseitigt und haben die Osternacht der Gemeinschaften eliminiert, was einen schrecklichen Schaden darstellt.

Diese Entwicklung hat mich dazu gebracht, einen Brief an den Papst zu schreiben, in dem ich meinen Befürchtungen Ausdruck verlieh. Weil das Problem folgendes ist: Wer entscheidet, was diese Details sind, die weggenommen werden können? Sind vielleicht die vom Heiligen Stuhl schon approbierten Statuten nicht mehr gültig?

Wegen diesen Interpretationen hatten einige Pfarrer und Bischöfe schon begonnen, die liturgische Praxis des Neokatechumenalen Weges, der 2008 von fünf Kongregationen des Heiligen Stuhls nach einem mehrere Jahre dauernden Prozess approbiert wurde, zu ändern.

Was bedeutet in dieser Hinsicht die Antwort des Heiligen Vaters?

Kiko Argüello: Der Heilige Vater bekräftigt in diesem durch Monsignore Becciu gesandten Brief, dass das, was er in den Weisungen an die Familien gesagt hat, in keinster Weise die Statuten des Neokatechumenalen Weges berührt. Indem er Artikel 12, der von der Osternacht spricht, und Artikel 13, der sich auf die Eucharistie des Weges bezieht, bestätigt, bekräftigt er, dass das, „was die Feier der Ostervigil und der Sonntagseucharistie betrifft“, bezüglich des Weges „den maßgebenden Rahmen darstellt, auf den man sich beziehen muss“.

Also, der Papst hat uns, Gott sei Dank, gerettet, weil die Einzelheiten bezüglich eines Liedes oder anderer Teilaspekte geändert werden können – da stimmen wir zu – aber hier handelte es sich um Interpretationen, die die Statuten auszuhebeln schienen.

Wir sind sehr froh darüber, dass der Papst uns mag und verteidigt.

Warum sind diese beiden Artikel so wichtig?

Kiko Argüello: Der Artikel 13 ist sehr wichtig, weil er sagt, dass der Neokatechumenale Weg die Eucharistie nach der ersten Vesper des Sonntags in kleinen Gemeinschaften feiert, und dass diese Feiern Teil der liturgischen Pastoral der Pfarrei sind und allen offenstehen.

Das ist eine wunderbare Sache, da die Gemeinschaften voll von Jugendlichen sind und es uns gelungen ist, dass diese anstatt am Samstagabend in die Disko zu gehen, die sonntägliche Eucharistie besuchen. Der Heilige Stuhl, der dieses pastorale Motiv verstanden hat, hat einige Zugeständnisse gemacht, um die Teilnahme so vieler Jugendlicher zu unterstützen. Für uns ist das grundlegend wichtig, denn am Ende dreht es sich nur um eines: Warum haben wir so viele Kinder? Es ist, als ob uns einige dafür bestrafen wollten.

Die Tatsache, „Humanae Vitae“ gefolgt zu sein, hat bewirkt, dass wir viele, viele Jugendliche haben, und diese Jugendlichen sind in der Kirche. Unter diesen Jugendlichen entstehen die Berufungen für das Priesterseminar. Es gibt 100 Seminare, in denen sich die Berufungen finden, die aus diesen Familien entspringen, und das hat der Papst sehr gut verstanden.

Was den Artikel 12 betrifft, helfen die Gemeinschaften auf der ganzen Welt den Pfarreien, die Osternacht wiederzuentdecken. Der Heilige Stuhl drückt in dem grundlegenden Dokument über die Osternacht „Paschalis Solemnitatis“ seinen Schmerz angesichts der Tatsache aus, dass die Ostervigil, statt die „Mutter aller Vigilen“ und das Zentrum aller liturgischen Feiern der Gläubigen zu sein, in vielen Pfarreien zu einer bloßen Abendmesse reduziert wurde.

Der Artikel 12 der Statuten bestimmt gerade, dass „der Neokatechumenat die Pfarrei zu einer reicheren Feier der Osternacht anregt“. Seine Eminenz, Kardinal Cañizares, Präfekt der Kongregation für den göttlichen Kult, hat  gerade diese Rolle der Neokatechumenalen Gemeinschaften unterstrichen, indem er sagte, dass die polnische Bischofskonferenz beispielsweise dem Weg dafür dankte, dass er dazu beigetragen habe, die Wichtigkeit der Osternacht in ganz Polen wiederzuentdecken.