Papst Franziskus: Der Weg zum neuen Leben ist hart

In der täglichen Messe im Domus Sanctae Marthae forderte der Papst dazu auf, andere nicht zu kritisieren

Rom, (ZENIT.org) Salvatore Cernuzio | 646 klicks

Keinen kritisieren, Ruhe bewahren, und wenn man etwas zu sagen habe, dann, um eine Situation zu lösen. Dies kann als eine Zusammenfassung der Worte der Predigt von Papst Franziskus gestern während der morgendlichen Messe im „Domus Santae Marthae“ angesehen werden.

In Anwesenheit des Personals des „Fondo di Assistenza sanitaria“ („Gesundheits-Hilfsfonds“) des Vatikans und der Angestellten des Governatorats erläuterte der Papst das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus als Teil des Tagesevangeliums. Besonderes Augenmerk richtete er auf die Unfähigkeit des Jüngers zu verstehen, wie ein Mensch „neu geboren“ werden könne. Diese Sätze seien ein kleine Darlegung des Realismus und der Einfachheit, die das Evangelium auszeichneten.

Der Papst führte aus, dass die Worte Christi an den Jünger „das neue Leben erklären, das wir durch die Taufe erhalten“ und das der Heilige Geist in die Seelen der Mitglieder der damaligen kleinen „Kerngruppe“ von Christen ausgegossen habe.

Das „neue Leben“ der ersten Christen drücke sich in konkreten Gesten aus: im Leben „aus einer Seele und einem Geist“, Quelle der „Einheit, der Menschlichkeit und der Harmonie zwischenmenschlicher Liebe“, die das Geschenk des Heiligen Geistes seien.

Dies sei eine Dimension, die die heutige Christengemeinde neu entdecken und hüten müsse. Dieses neue Leben „komme nicht automatisch“, sondern sei ein „anstrengender Weg“, der hauptsächlich vom Heiligen Geist abhänge. Die Christen heute müssten alles tun, „damit unser Leben sich in dieses neue Leben verwandelt.“

Das „Geschwätz“, Verurteilungen und Intrigen gegen andere seien eine wirkliche Wunde am Leib der Christenheit. „Wenn man es vorzieht, über die anderen schlecht zu reden und ihnen Hiebe auszuteilen“, sagte der Heilige Vater, „sind das Versuchungen des Teufels, der nicht möchte, dass der Geist Gottes in uns den Frieden erwirkt, die Sanftmut eines Christen.“

„Dies ist aber nicht das neue Leben“, hob Franziskus hervor. Es handele sich um eine tägliche Herausforderung in der Pfarrei, in der Familie, im Wohnbezirk und unter Freunden.

Denn die Christen seien dazu berufen „niemanden zu verurteilen, denn „der einzige Richter ist der Herr“. Sie sollten lieber „still sein“. Wenn man etwas zu sagen habe, dann solle man sich überlegen, wen es etwas angeht und es nicht „der ganzen Stadt erzählen.“

Den Schluss der Predigt bildete der Satz: „Wenn wir es durch die Gnade des Geistes schaffen, niemals zu klatschen, dann haben wir einen großen Schritt auf dem Weg zum Wohl für alle getan.“