Papst Franziskus feiert Auftakt zum Heiligen Triduum mit jugendlichen Strafgefangenen

Dient einander, wie Jesus gedient hat

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1282 klicks

Papst Franziskus hat am Gründonnerstagabend seine erste Messe „In coena Domini“ im Jugend-Strafgefängnis „Casal del Marmo“ im Nordwesten Roms mit 49 jungen Häftlingen, darunter elf Frauen, gefeiert. Mit dem Papst konzelebrierten unter anderem Kardinalvikar Agostino Vallini, der Sekretär Msgr. Alfred Xuereb und der Kaplan der Institution, P. Gaetano Greco.

Den vorgesehenen Ritus der Fußwaschung vollzog er an zwölf ausgewählten Jugendlichen verschiedener Nationen und religiöser Ausrichtung, darunter auch zwei Mädchen, eine katholische Italienerin und eine Muslima aus Bosnien.

Seine kurze Predigt während der Eucharistiefeier nutzte der Bischof von Rom, um den Jugendlichen mit einfachen Worten den Sinn der Zeremonie aus dem katholischen Glauben heraus zu erklären. Die Fußwaschung sei das Symbol: Ich bin in deinem Dienst.

Selbst der Apostel Petrus habe nichts verstanden, und Jesus habe es ihm selber erklärt. Franziskus zitierte Jesus mit folgenden Worten:„Begreifst du, was ich für dich getan habe? Du nennst mich Lehrer und Meister und das ist richtig, ich bin es tatsächlich. Wenn ich, dein Lehrer und Meister, deine Füße gewaschen habe, dann solltest auch du die Füße der anderen waschen.“

Damit habe Jesus das Beispiel dafür gegeben, wie man leben solle. Man solle täglich etwas für die anderen tun. Wer der höchste sei, sei es, um den anderen zu dienen. Das sei es, was Jesus lehre und was er selber als Papst jetzt tue. Als Bischof und Priester sei es seine Pflicht zu dienen, aber er liebe es, so zu leben, und tue es aus ganzem Herzen.

Der Heilige Vater forderte die Anwesenden auf, ebenfalls ihm und einander zu helfen und Gutes zu tun, womit er ihnen eine Richtung für ihr zukünftiges Leben aufzeigte.

Bei der Fußwaschung solle sich jeder fragen: Will ich wirklich den anderen helfen? Nur daran solle jeder denken. Dieses Zeichen sei die Zärtlichkeit Jesu, dies mache Jesus und nur deshalb sei er gekommen: um zu dienen, um zu helfen.

Nach der Messe traf der Papst vor seiner Rückkehr in den Vatikan die ganze Institutsfamilie, Justizministerin Paola Severino, die Leiterin der Abteilung für Jugendrecht, Caterina Chinnici, und die Direktorin des Hauses, Liana Giambartolomei.

Die Häftlinge überreichten ihm als Gastgeschenk ein Holzkreuz und eine Betbank, die sie selber in der anstaltseigenen Tischlerei angefertigt hatten.

Papst Franziskus verschenkte Ostereier und die traditionellen „Colombe“, die italienischen Osterkuchen in Taubenform.

Laut Radio Vatikan beschrieb Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ nach der Messe den Moment der Fußwaschung als „extrem bewegenden Moment“. Er erinnere an die besondere Bedeutung des Letzten Abendmahls für das Wesen der Kirche, als Tag der Einsetzung der Eucharistie. Der Papst habe persönlich die Kommunion gereicht. Diese Geste zeige die große Aufmerksamkeit des Papstes für die Jugendlichen, der Papst habe sich „mit dieser Geste des Dienens bei der Fußwaschung und mit der Liebkosung" greifbar zum „Übersetzer der Liebe Jesu“ gemacht.