Papst Franziskus reist auf die italienische Insel Lampedusa

Am kommenden Montag, den 8.Juli reist der Papst nach Lampedusa, um der toten Bootsflüchtlinge zu gedenken

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 511 klicks

Die Pressestelle des Vatikans teilte gestern mit, der Papst wolle mit den Flüchtlingen und der Bevölkerung eine Messe feiern und „für die beten, die ihr Leben auf dem Meer verloren haben.“ Er wolle Überlebende und Flüchtlinge treffen und den Bewohnern der Insel Mut zusprechen. Der halbtägige Besuch geht auf eine Einladung des Pfarrers von Lampedusa zurück, Don Stefano.

Papst Franziskus zeige sich – so die Pressestelle des Vatikans – von den letzten Vorkommnissen tief bewegt. Wiederholt war ein Flüchtlingsschiff mit Migranten aus Afrika untergangen, die Letzte einer langen Reihe von Tragödien auf dem offenen Meer. Der Papst beabsichtige, einen Apell an das Verantwortungsbewusstsein aller zu richten, sich um die Brüder und Schwestern zu kümmern, die so dringend Hilfe benötigten. Die Pressestelle teilte überdies mit, der Besuch solle so diskret wie nur irgend möglich von statten gehen, auch was die Anwesenheit von Bischöfen aus der Region und Vertreter öffentlicher Institutionen betreffe.

Der Pontifex werde am Morgen des 8. Juli kurz nach 9 Uhr auf der Insel ankommen und dort vom Erzbischof von Agrigento, Msgr. Francesco Montenegro, und der Bürgermeisterin von Lampedusa, Giuseppina Nicolini, in Empfang genommen. Anschließend werde der Papst von der Anlegestelle Cala Pisanada ablegen, um den Hafen von Lampedusa zu erreichen. Während der Überfahrt werde der Papst von den Fischern Lampedusas mit ihren Schiffen begleitet. Auf dem Meer werde er einen Blumenkranz ins Meer werfen, um so derer zu gedenken, die ihr Leben dort verloren haben. Am Hafen werde der Pontifex von einer Gruppe Flüchtlinge in Empfang genommen werden, um anschließend, gegen 10 Uhr, eine Messe auf dem Sportplatz von Salina abzuhalten. Nach einem kurzen Besuch in der Pfarrei von San Gerlando werde der Papst gegen 14 Uhr wieder in Rom eintreffen.

Die italienische Insel Lampedusa liegt vor Sizilien und ist jedes Jahr Ziel zahlreicher Flüchtlingsschiffe, die von Afrika nach Europa kommen. Das letzte Schiff traf vor 2 Wochen mit fast 1000 Flüchtlingen ein. Doch nicht immer verlaufen die Überfahrten ohne Komplikationen, Tausende haben ihr Leben auf dem offenen Meer verloren. Die Bewohner der süditalienischen Küste sehen sich der ankommenden Zahl an Flüchtlingen kaum gewachsen und die Sorgen sind groß, wie die Menschen versorgt werden können und mit ihnen umgegangen werden soll. Bisher scheint es keine Lösung zu geben, das Problem unter Kontrolle zu bekommen.

Lampedusa ist das erste inneritalienische Ziel des Papstes und eine „starke Botschaft“, wie Erzbischof Montenegro in einer Presseerklärung verlauten ließ. Das Flüchtlingsproblem dürfe nicht totgeschwiegen werden, so Montenegro, und es brauche Gerechtigkeit. In den ersten 100 Tagen seines Pontifikats hat der Papst bisher eine römische Pfarrei und Benedikt XVI. in Castelgandolfo besucht.