Papst Franziskus spricht zur charismatischen Gemeinschaft

Großes Glaubenstreffen im römischen Olympiastadion

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 367 klicks

Am Sonntagabend hat Papst Franziskus bei einem großen Glaubenstreffen der italienischen charismatischen Gemeinschaft „Rinnovamento nello Spirito Santo“ („Erneuerung im Heiligen Geist“) im römischen Olympiastadion vor mehreren tausend Gläubigen gesprochen.

Etwa 52.000 Charismatiker aus 55 Ländern waren nach Rom gekommen, um den Papst zu treffen, der sie als „Strom der Gnade für die Kirche“ bezeichnete und ihnen sein Vertrauen aussprach. Er sagte zu ihnen: „Das ist euer Weg: Evangelisierung, spirituelle Ökumene, Pflege der Armen und Bedürftigen, sowie die Aufnahme von  Außenseitern. Und dies alles auf der Basis der Anbetung! Das Fundament der Erneuerung ist, Gott anzubeten!“

Der Papst führte aus, die Einheit komme vom Heiligen Geist und entstehe durch die Einheit der Trinität. „Von wem geht die Trennung aus? Vom Teufel! Die Trennung kommt vom Teufel. Flieht bitte vor den internen Kämpfen! Mögen sie nicht unter euch sein!“

Der Papst appellierte an die Anwesenden, auf die Straße zu gehen und zu evangelisieren, das Evangelium zu verkünden, sowie daran zu erinnern, dass die Kirche am Pfingstmorgen im Aufbruch geboren sei. „Nähert euch den Armen und berührt ihr Fleisch, das verletzte Fleisch Jesu. Lasst euch vom Heiligen Geist leiten, mit dieser Freiheit, und bitte, sperrt den Heiligen Geist nicht ein! In Freiheit!“

Dann gab Papst Franziskus zu, dass er zu Beginn seiner Laufbahn den sogenannten Charismatikern gegenüber skeptisch eingestellt gewesen sei. Dann habe er jedoch begriffen, dass die Laienbewegung eine große Kraft für die Kirche sei. Er stellte den anwesenden Gläubigen mehrere Fragen, ob sie beispielsweise noch immer eine Bibel mit sich trügen, eine Ausgabe des Neuen Testaments.

Indem er sich an die Gläubigen wandte, sagte er: „Macht ihr das noch heute? Ich bin mir da nicht so sicher, oder? Wenn nicht, kehrt zu dieser ersten Liebe zurück, immer in der Tasche das Wort Gottes mit sich zu tragen! Und ein Stückchen zu lesen. Immer mit dem Wort Gottes!“

In einem Gespräch mit einer Ehefrau und Mutter betonte Papst Franziskus die Zentralität der Familie, in der Jesus wachse, in der Liebe und dem Leben der Kinder. Diesbezüglich sagte er: „Die Familien sind diese häusliche Kirche. Aber die Eheleute sind Sünder, wie alle, doch wollen sie im Glauben vorwärts gehen, in ihrer Fruchtbarkeit, in den Kindern und dem Glauben der Kinder. Möge der Herr die Familie segnen, das starke Gesicht in dieser Krise, in der der Teufel sie zerstören will.“

Dann wandte er sich an die Priester, die Jesus und den Menschen nahe stehen würden. „Liebt eure Menschen, seid den Menschen nahe. Das ist es, worum ich euch bitte, diese doppelte Nähe: Nähe zu Jesus und Nähe zu den Menschen.“

In einem Gespräch mit einem Jungen sagte er, der Weg einer Jugend, die große Dinge erwarte, sei besser als der eines Lebens „im Tresor“. „So wird diese Jugend alt, im schlimmsten Sinne des Wortes. Sie wird zu einem Lumpen. Sie nützt nichts. Die Jugend ist da, um sie zu riskieren: Gut zu riskieren, mit Hoffnung zu riskieren. Und um sie auf große Dinge zu setzen. Die Jugend ist da, um sie zu geben, damit andere den Herrn kennenlernen. Spart euch nicht eure Jugend auf: Geht voran.“

Im Anschluss an das Zeugnis einer Blinden erklärte Papst Franziskus, wie das Leiden ein Zeichen der Nähe zu Jesus sei. Er sagte: „Die Brüder und Schwestern die leiden, die eine Krankheit haben, die behindert sind, sind Brüder und Schwestern, die mit dem Leiden Jesu vereint sind, die Jesus im schweren Moment seines Kreuzes nachahmen, in seinem Leben. Diese Vereinigung des Leidens bringt sie voran, zum Vorteil der ganzen Kirche.“

Abschließend sagte er: „Sucht die Einheit der Erneuerung, die Einheit, die von der Trinität kommt! Und ich erwarte euch alle, Charismatiker der ganzen Welt, hier mit dem Papst auf dem Petersplatz im Jahr 2017 euer großes Jubiläum zu feiern! Danke!“