Papst Franziskus trifft den Rat für Neuevangelisierung

Begegnung mit Christus entscheidend

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 488 klicks

Am Montagmittag traf Papst Franziskus die Teilnehmer der Vollversammlung des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung mit Erzbischof Rino Fisichella in einer Audienz im Vatikan. Der Rat war vor drei Jahren von Benedikt XVI. ins Leben gerufen worden. Der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung – so der offizielle Name – soll sich in den Ländern um eine erneute Evangelisierung kümmern, in denen der christliche Glaube zwar schon lange existiert, aber durch die fortschreitende Säkularisierung an Bedeutung verloren hat.

Während der Begegnung sagte der Pontifex, das Zusammentreffen mit Christus sei das Wichtigste, was Christen verkünden müssen. Dabei seien weniger Worte von Bedeutung als Taten, die ein lebendiges Zeugnis gäben. Heute gebe es Kinder, die nicht mehr wüssten, wie man das Kreuzzeichen macht. Dies sei Zeichen eines „religiösen Analphabetismus“, der keines weiteren Kommentars bedürfe. Die Neuevangelisierung müsse drei Punkte abdecken, so Papst Franziskus: Glaubenszeugnisse, auf den anderen zugehen und pastorale Projekte, die sich auf das Wesentliche konzentrieren. Das „Jahr des Glaubens“  solle der Glaubensverkündung einen wichtigen Impuls geben. Er sagte:

„Die Neuevangelisierung beinhaltet einen besonderen Einsatz der Gläubigen; das bedeutet insbesondere eine Bewegung hin zu jenen, die den Glauben verloren haben. Kirchesein heute heißt also, einen Ort mit offenen Türen anzubieten, damit jeder hineinkommen kann und damit wir auch hinausgehen können, um die Liebe Gottes zu verkünden.“

In den vergangenen Jahren habe es viele Menschen gegeben, die sich von der Kirche entfernt hätten, fuhr Papst Franziskus fort. Es gehe nicht darum, dafür Schuldige zu suchen, sondern man müsse zu denjenigen hingehen, die der Kirche fern stünden.

„Auf den anderen zugehen bedeutet aber auch, dass jeder Christ mit jenen Menschen spricht, die einen anderen Glauben oder Ideen haben. Dazu zählen neben Andersgläubigen auch Nichtgläubige. Alle zu treffen ist wichtig, weil wir alle Geschöpfe Gottes und Gottes Ebenbilder sind. Wir dürfen keine Angst haben, auf unsere Mitmenschen zuzugehen. Wichtig ist auch, dass wir immer an unsere christliche Zugehörigkeit denken.“

Abschließend widmete Papst Franziskus den Katecheten einen Gedanken des Dankes. Ihre Arbeit sei ein kostbarer Beitrag zur Neuevangelisierung. Insbesondere den Eltern komme eine wichtige Bedeutung dabei zu; sie seien die ersten Katecheten, die ersten Erzieher zum Glauben in der eigenen Familie.