Papst Franziskus trifft Jugendliche des 6. Asiatischen Jugendtages

Es ist gut, dass wir hier sind!

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 355 klicks

Am Nachmittag des heutigen Himmelfahrtstags begab sich Papst Franziskus in das Heiligtum von Solmoe, dem Geburtsort des Märtyrers Andrew Kim Taegon, des ersten koreanischen Priesters. Nachdem er vom Leiter des Heiligtums begrüßt wurde, verweilte der Papst im Gebet vor dem kleinen Haus des Märtyrers.

Um 17.30 Uhr Ortszeit begab sich Papst Franziskus in ein großes Zelt, wo er von jungen Katholiken aus 23 asiatischen Ländern empfangen wurde, die am 6. Asiatischen Jugendtag teilnehmen, der in diesem Jahr unter dem Motto: „Jugend von Asien, steh‘ auf! Die Herrlichkeit der Märtyrer erstrahlt über dich!“ stattfindet. Die Begegnung wurde von einigen Gesängen und einer indonesischen Darbietung eröffnet. Im Anschluss an die Begrüßungsworte des Bischofs von Daejeon, Msgr. Lazzaro You Heung-sik, folgten die Glaubenszeugnisse und Fragen von drei Jugendlichen aus Kambodscha, Hong Kong und Korea. Nach einem koreanischen Musical über die Parabel des barmherzigen Vaters, hielt Papst Franziskus vor den anwesenden Jugendlichen eine Ansprache, die er mit den Worten nach Mt 17,4 begann: „Es ist gut, dass wir hier sind!“.

Er sagte, die Herrlichkeit Jesu sei in ihrer Mitte sowie in der Kirche gegenwärtig, und dankte den Jugendlichen und dem Bischof für ihren herzlichen Empfang. Der Papst nahm für seine Überlegungen auf das Motto des 6. Asiatischen Jugendtages Bezug: „Die Herrlichkeit der Märtyrer erstrahlt über euch.“ So, wie die Herrlichkeit des Herrn im Zeugnis der Märtyrer leuchte, wolle er auch in ihrem Leben aufscheinen. Er sagte, Christus klopfe an die Tür des Herzens eines jeden und fordere ihn auf, sich auf die wesentliche Dinge im Leben zu konzentrieren. Der Papst fügte hinzu: „Er bittet euch, hinauszugehen auf die Straßen und Gassen dieser Welt und an die Türen der Herzen anderer zu klopfen mit der Einladung, ihn in ihrem Leben willkommen zu heißen.“ Gott wünsche, so der Papst, dass alle dazu beitragen mögen, eine Welt aufzubauen, in der alle in Frieden und Freundschaft leben würden, Barrieren überwinden sowie Gewalt und Vorurteile zurückweisen mögen. Papst Franziskus sagte: „Die Kirche soll ein Same der Einheit für die gesamte Menschheitsfamilie sein. In Christus sind alle Nationen und Völker in eine Einheit gerufen, welche die Vielfalt nicht zerstört, sondern sie anerkennt, versöhnt und bereichert.“

Oft werde dieser Samen jedoch von Egoismus, Feindseligkeit und Ungerechtigkeit erstickt. Menschen werde durch die Vergötterung von Besitz, Macht und Vergnügen Schaden zugefügt, inmitten von großem materiellen Reichtum litten viele unter geistlicher Armut, Einsamkeit und stiller Hoffnungslosigkeit. Die geistige Wüste, die dadurch entstehe und die sich über die Welt ausbreite, wirke sich negativ auf die jungen Menschen aus, da sie ihnen die Hoffnung und manchmal sogar das Leben selbst nehme.

Papst Franziskus ermutigte die Jugendlichen, sich mit dieser Welt auseinanderzusetzen und in sie hinaus zu gehen, indem sie Zeugnis ablegen vom Evangelium der Hoffnung. Das Evangelium lehre, dass aus jeder noch so hoffnungslosesten Situation etwas Neues entstehen könne, so der Papst. Dies sei die Botschaft, die sie mit ihren Altersgenossen teilen sollen. Er fügte hinzu: „Weil Jesus vom Tod erstanden ist, wissen wir, dass er 'Worte des ewigen Lebens' hat (Joh 6,68), dass sein Wort die Macht hat, jedes Herz zu berühren, Böses mit Gutem zu überwinden und die Welt zu verändern und zu erlösen.“

Dann machte Papst Franziskus drei Vorschläge, wie sie zu „authentischen und freudigen Zeugen des Evangeliums“ werden können, die sie wie Lebensregeln beachten sollen. Als ersten Vorschlag sagte er, die Jugendlichen sollen auf die Kraft vertrauen, die Christus ihnen gebe und die geistige Kraft, die ihnen durch die Taufe und die Firmung gegeben worden sei, nie anzuzweifeln. Der zweite Vorschlag betraf die Anbetung Gottes. Der Papst sagte: „Bleibt dem Herrn nahe im täglichen Gebet.“ Dazu gehöre, Freude und Kraft aus der Eucharistie zu gewinnen und das Herz durch den Empfang des Bußsakraments „rein“ zu halten. Er wünschte sich von den Jugendlichen, dass sie aktiv am Leben ihrer Gemeinden teilnehmen mögen und das Evangelium der Liebe nicht vernachlässigen, indem sie sich „in Werken der Nächstenliebe engagieren“. Als dritte Lebensregel legte der Papst den Jugendlichen nah, all ihre Gedanken, Worte und Werke „von der Weisheit des Wortes Christi und der Macht seiner Wahrheit“ leiten zu lassen. Gott habe Pläne für jeden einzelnen und werde jedem den Weg zu „wahrem Glück und wirklicher Erfüllung zeigen“.

Im Anschluss sagte Papst Franziskus zu den anwesenden Jugendlichen, er freue sich darauf, sie am Sonntag zur Messe wiederzusehen. Dann bat er in einem gemeinsamen Gebet mit ihnen um die Kraft, „treue und frohe Zeugen seiner Liebe überall in Asien und in der ganzen Welt zu sein“.

Abschließend sagte Papst Franziskus:

„Möge Maria, unsere Mutter, über euch wachen und euch immer in der Nähe Jesu, ihres Sohnes bewahren. Und auch der heilige Johannes Paul II., der die Weltjugendtage eingeführt hat, sei euch vom Himmel aus ein ständiger Begleiter. In großer Liebe erteile ich euch meinen Segen.“

Im Anschluss an den vorbereiteten Text sagte Papst Franziskus noch einige spontane Worte, indem er sich direkt an die Jugendlichen wandte.