Papst Franziskus trifft Missbrauchsopfer

Bericht von Vatikansprecher Federico Lombardi

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 294 klicks

Wie Vatikansprecher Federico Lombardi verlauten ließ, traf Papst Franziskus am heutigen Montagmorgen während einer dreistündigen Begegnung Opfer von Missbrauch durch Kleriker. Der Koordinator der Vatikankommission über Missbrauch, Kardinal Sean O’Malley, hatte zu diesem Anlass sechs Personen eingeladen, von denen je zwei aus Deutschland, Irland und England stammten, je zwei Frauen und zwei Männer. Wie Lombardi sagte, nahmen sie an der Morgenmesse mit Papst Franziskus teil, bevor sich der Papst mit jedem einzelnen etwa eine halbe Stunde unterhielt. Der Papst hatte die Gäste bereits am Abend kurz während des Abendessens in der Casa Marta begrüßt, wo diese auch übernachteten. An der Messe nahmen neben den sechs Geladenen deren Begleiter teil, so wie die Angehörigen der Päpstlichen Kommission, die im Auftrag des Papstes  das Thema des Missbrauchs durch Kirchenangehörige aufarbeiten. Die Predigt habe der Papst auf Spanisch gehalten, in der er das Thema des Missbrauchs durch Kirchenleute ausführlich thematisierte, so Lombardi.

Lombardi sagte, Papst Franziskus habe gezeigt, „dass Zuhören beim Verstehen hilft und einen Weg vorbereitet, um wieder Vertrauen zu fassen und die Wunden zu heilen“, die Begegnung könne ein Beispiel werden. Lombardi fügte hinzu, Papst Franziskus sei nach dem sehr persönlichen Treffen erschöpft und erschüttert gewesen. Das Thema des Missbrauchs sei ein „starkes Thema in der Kirche“. 

Wie Vatikansprecher Lombardi informierte, sei die Päpstliche Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche, die das Treffen der sechs Personen mit dem Papst organisiert hatte, am Sonntag zum zweiten Mal seit ihrer Gründung zusammengetroffen. Dabei sei unter anderem über die Statuten und mögliche neue Mitglieder gesprochen worden.