Papst Franziskus verurteilt Waffenhandel

Worte an neue Botschafter

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 200 klicks

Papst Franziskus erinnerte in einer Audienz für die neuen Botschafter der Schweiz, Libyens, Äthiopiens, des Sudans, Jamaikas, Süd Afrikas und Indiens daran, dass ihre wichtigste Aufgabe darin bestehe, den Frieden in der Welt zu fördern und sich dabei gegen den Waffenhandel einzusetzen. Der Friede sei ein noch immer nicht vollständig erreichtes Ziel, das immer wieder neu in Angriff genommen werden müsse, unter den Voraussetzungen, die eine jede Generation mit sich bringe. Papst Franziskus sagte zu den Anwesenden:

„Alle reden vom Frieden, alle wollen ihn, aber leider führt das Vermehren von Waffen jeglicher Art zum Gegenteil. Der Waffenhandel verkompliziert und erschwert die Lösung von Konflikten, vor allem, weil er sich zum großen Teil in der Illegalität abspielt.“

Papst Franziskus forderte die internationale Gemeinschaft zu einer neuen, konzentrierten und mutigen Verpflichtung gegen das Wachstum der Waffenbestände auf. Eine weitere Herausforderung für den Frieden seien die Vertreibungen in verschiedenen Regionen, „eine wahre menschliche Tragödie“, so der Papst. Man dürfe vor diesem „epochalen“ Phänomen nicht zurückschrecken und könne gar nicht hart genug dagegen vorgehen.

„Es ist an der Zeit, das Problem mit einem ernsthaften politischen und verantwortlichen Blick anzugehen, der in allen Bereichen greift. Auf globaler und kontinentaler Ebene, in Makro-Regionen, in der Beziehung zwischen den Nationen, bis hin zur nationalen und lokalen Ebene.“

Papst Franziskus sagte, es gebe durchaus positive Berichte von Familien, die aus ihrer unmenschlichen Realität haben ausbrechen können und zu Würde, Freiheit und Sicherheit zurückgefunden haben. Auf der anderen Seite gebe es jedoch noch immer zu viele andere erschreckende Schicksale.

„Menschliche Wesen, unsere Brüder und Schwestern, Kinder Gottes, die von ihrem Lebenswillen und dem Wunsch, in Frieden arbeiten zu können, getragen werden und dazu angetrieben werden, beschwerliche Reisen auf sich zu nehmen und Erpressungen, Torturen und Gewalt jeder Art auszuhalten, um dann manchmal in der Wüste oder auf offener See zu sterben.“

Vertreibungen, die an Kriege gebunden sind und demnach durch das Anwachsen der Waffen provoziert werden, so Papst Franziskus.

„Es handelt sich hier um die Wunden einer Welt, die unsere Welt ist, in der Gott uns auffordert, heute in ihr zu leben; und er ruft uns dazu auf, verantwortlich gegenüber unseren Brüdern und Schwestern zu sein, damit kein menschliches Wesen in seiner Würde verletzt wird.“

Abschließend sagte Papst Franziskus, es handle sich um einen absurden Widerspruch, von Frieden zu sprechen und den Waffenhandel zu gestatten. Er sagte, es sei zynisch, Menschenrechte zu proklamieren und dabei Männer und Frauen zu ignorieren, die dazu gezwungen seien, ihr Land zu verlassen, und die auf ihrer Flucht sterben.