Papst Franziskus würdigt öffentliches Eintreten für den Lebensschutz

Einer von uns: Heiligkeit des Lebens von der Empfängnis an

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 740 klicks

Papst Franziskus ließ es sich nach dem sonntäglichen Regina-Coeli-Gebet nicht nehmen, mit dem Papamobil für sein bereits bekanntes „Bad in der Menge“, für das er gewöhnlich das päpstliche Fahrzeug verlässt, bis ans Ende des Peterplatzes zu fahren und dort die Tausende von Lebensschützern zu begrüßen, deren beeindruckender Marsch für das Leben durch die Hauptstraßen Roms mit der Teilnahme an dem päpstlichen Mittagsgebet zu Ende gegangen war. Zuvor hatte er in seinen Grußworten das öffentliche Zeugnis für die Heiligkeit des Lebens ausdrücklich gewürdigt sowie den Wert der Initiative „Einer von uns“ hervorgehoben:

„Ich heiße die Teilnehmer am ‚Marsch für das Leben‘ willkommen, der heute Vormittag in Rom stattgefunden hat, und lade alle dazu ein, die Aufmerksamkeit für das so wichtige Thema des Lebensschutzes von der Empfängnis an lebendig zu erhalten. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die heute in zahlreichen italienischen Pfarren vorgenommene Unterschriftensammlung für die europäische Initiative ‚Einer von uns‘ erwähnen, die darauf ausgerichtet ist, den rechtlichen Schutz des Embryos zu gewährleisten und jeden Menschen vom ersten Stadium seines Daseins an zu schützen."

Papst Franziskus liegt damit gewissermaßen auf einer Linie mit Raymond Kardinal Burke, dem Präfekten der Apostolischen Signatur, der in einem Appell die europäischen Bischöfe aufgefordert hatte, in ihren Ländern am jeweiligen Marsch für das Leben teilzunehmen und sich damit persönlich gegen die Tötung ungeborener Kinder und für die Verteidigung des Lebens einzusetzen, ohne auf Beschlüsse der jeweiligen Bischofskonferenzen zu warten. Auch als Erzbischof von Buenos Aires hatte er in vielen Ansprachen eine sehr deutliche Botschaft für die Verteidigung des Lebens und für Lebensschutz-Initiativen vermittelt und sich als großer Pro-Life-Fürsprecher vorgetan.

Die europäische Initiative „One of us" (Einer von uns), die auch in zahlreichen italienischen Diözesen stattfindet, fordert ein Ende der EU-Finanzierung von Aktivitäten, mit denen die Tötung menschlicher Embryonen einhergeht. Mit einer Unterschriftenaktion zur Eingabe bei der EU soll erreicht werden, dass die EU-Finanzierung diese Aktivitäten, bei denen menschliche Embryonen getötet werden, künftig untersagt wird. Sie bezieht sich auf die höchstrichterliche Entscheidung des EuGH (Europäischen Gerichtshofs) in der Sache gegen den deutschen Mediziner Oliver Brüstle, dass der Mensch ab dem Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle ein Mensch sei, und verweist auf die Feststellung vom 18. Okt. 2011:

„Die Würde des menschlichen Embryos muss geachtet, und seine Unversehrtheit sichergestellt werden.“

Dies gehe eindeutig aus der Entscheidung des EuGH in der Rechtssache Brüstle hervor, der Embryo werde als erste Stufe der Entwicklung jedes Menschen anerkannt. Die EU müsse daher, um die Kohärenz ihrer Politik in allen Bereichen, in denen das Leben des menschlichen Embryos auf dem Spiel stehe, sicherstellen, dass die Finanzierung aller Aktivitäten (insbesondere in den Bereichen Forschung, Entwicklungspolitik und öffentliche Gesundheit), die die Zerstörung menschlicher Embryonen voraussetzen, unterbunden werde, so die Aktion.

Wie der Vertrag von Lissabon vorsieht, müssen die Initiatoren der demokratischen Bürgerinitiative „One of Us“ bis Herbst 2013 (Abgabefrist 1.11.2013) mindestens eine Million Unterschriften in nicht weniger als sieben EU-Mitgliedstaaten sammeln, damit die EU-Kommission einen Gesetzentwurf ausarbeiten kann, der dem Gesuch der Bürger entgegenkommt [ZENIT berichtete].

Die zweite Vorgabe dürfte aller Voraussicht nach bald gelingen: Österreich, wo die Unterzeichnungsfrist bereits am 9. Mai abgelaufen ist, ist bereits das fünfte Land, das sein Quorum mit mehr als 15.000 Unterschriften deutlich erreicht hat. Erfolgsmeldungen kamen bislang auch aus Polen, Italien, Ungarn und der Slowakei.

Deutsches Mitglied von „One of us" ist neben der Aktion SOS Leben die Stiftung JA ZUM LEBEN, die auf ihrer Internetseite ebenfalls über die europäische Initiative informiert.

Unterstützung durch Unterschriften

Die Initiative ist mit ihrer Unterschriftensammlung bei der EU amtlich registriert.

Informationen hierzu finden sich auf ihrer Webseite.

Erreichbar ist die Initiative unter der Internetseite oder einer Email.

Unterschriften können sowohl online als auch in Papierform gewährleistet werden.

Ein Formular zur Sammlung von Unterschriften in Papierform kann bei der angegebenen Adresse angefordert und bis zum 1. Oktober 2013 zurückgesendet werden:

Manfred Libner, 
Stiftung Ja zum Leben, 
Haus Laer, 
59872 Meschede.