Papst gegen grenzenlose Spekulationen

Allgemeiner Anspruch der Menschheit auf die Güter der Erde

| 1058 klicks

VATIKANSTADT, Mittwoch, 18. Mai 2011 (ZENIT.org). -  Papst Benedikt XVI. hat die Gepflogenheiten der internationalen Finanzmärkte verurteilt. Nach einer akuten Krisenphase sei man wieder zu Kreditverträgen übergegangen, die „grenzenlose Spekulation" ermöglichten, sagte der Papst am Montag vor Teilnehmern eines Kongresses über die Sozial-Enzyklika „Mater et magistra", die Papst Johannes XXIII. vor 50 Jahren veröffentlicht hatte.

Wahrheit, Liebe, Gerechtigkeit , die „ Mater et magistra“ erwähne, seien gemeinsam mit dem Prinzip des allgemeinen Anspruchs auf Güter die grundlegenden Kriterien, um soziale und kulturelle Unausgewogenheiten zu überwinden und blieben die Säulen für das Erkennen und die Lösung des inneren Ungleichgewichts der heutigen Globalisierung.

An die dringlichen gegenwärtigen Probleme erinnernd, wie die Verteilung der Güter, den Vorrang der Ethik über die Forderungen des Finanzwesens und die Notwendigkeit, am Gemeinwohl mitzuwirken, erklärte der Papst, dass eine allgemeine Gerechtigkeit unabdingbar sei für die Neuevangelisierung im sozialen Bereich.

Eine solche Gerechtigkeit könne man nicht nur auf einem sozialen Konsens aufbauen. Um nachhaltig zu sein, müsse sie auf dem Ziel des allgemeinen menschlichen Wohls gründen. Dazu müsse die soziale Gerechtigkeit sowohl in der Zivilgesellschaft als auch in der Marktwirtschaft verwirklicht werden; ebenso aber auch von einer seriösen und transparenten politischen Autorität, die ihr angemessen handle, gerade auf internationalem Niveau.

Die heutigen Spekulationen weiteten sich auch auf Nahrungsmittel, Wasser und Grundstücke aus und trieben so ohnehin bereits arme Menschen noch tiefer ins Elend. Auch die steigenden Energiepreise könnten sich nachteilig auf Umwelt und Mensch auswirken, dann nämlich, wenn ausschließlich mit kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen nach alternativen Energieformen gesucht werde. (jb)