Papst: Gewalt ist kein Mittel gegen den Terror

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VATIKAN, 8. September 2004 (ZENIT.org) – Johannes Paul II. bekräftigte, dass „Gewalt immer Gewalt hervorrufe“ und daher nicht die Antwort auf Terrorismus sein könne.



„Nie wieder Krieg!“, schrieb er in einer persönlich gehaltenen Botschaft an die Teilnehmer des internationalen Friedenstreffens „Religionen und Kulturen“ in Mailand.

Schon 1986 sei er dieser Überzeugung gewesen, schrieb der Papst, als er die Führer der Weltreligionen zum historischen Gebetstreffen nach Assisi einlud.

„Heute bin ich sogar noch mehr davon überzeugt: mein Körper wird schwächer und ich merke, dass die Kraft des Gebetes in mir zunimmt.

Das Friedenstreffen, das von der Gemeinschaft Sant’Egidio jedes Jahr in einer anderen Stadt veranstaltet wird, möchte den „Geist von Assisi“ bewusst pflegen. In diesem Jahr kamen mehr als 350 Vertreter der Religionen und Kulturen zusammen. Das Treffen endete am Dienstag mit einem Appell, der die Teilnehmer daran erinnerte, dass „der Name Gottes ‚Friede’ ist“.

„Die Welt braucht Frieden“, schrieb der Heilige Vater in seinem Brief, der von Kardinal Walter Kasper, dem Vorsitzenden des päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, an den Kongress übergeben wurde.

„Jeden Tag hören wir Nachrichten von Gewalt, Terrorangriffen und Militäroperationen“, bemerkte der Papst.

„Hat die Welt wirklich aufgegeben, auf Frieden zu hoffen?“, fragte der Heilige Vater. „Manchmal scheint es, dass sie sich an Gewalt und Blutvergießen unter Unschuldigen gewöhnt hat.“

Johannes Paul II. ermahnte die Menschen aller Religionen, angesichts solch beunruhigender Ereignisse „einer Logik der Gewalt, der Rache und des Hasses zu widerstehen und beharrlich den Dialog weiterzuführen.“

„Wir müssen die tödliche Spirale durchbrechen, welche die Welt in Fesseln hält und ihr Blut vergießt. Gläubige können in dieser Hinsicht sehr viel tun“, fügte er hinzu.

In Erinnerung an den Jahrestag des „schrecklichen 11. September 2001“, erklärte der Papst, dass „der Kampf gegen die Agenten des Todes zweifellos Stärke und Entschlossenheit verlange.“

Der Papst weiter, „Gleichzeitig ist es aber auch notwendig, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um Elend, Verzweiflung, Sinnlosigkeit und alles, was Terror begünstigt, zu beseitigen.“

„Wir dürfen uns nicht von der Angst überwältigen lassen. Angst engt den Blick ein und fördert die Selbstsucht, die in den Herzen der Einzelnen und der Gruppen schlummert“, schrieb der Papst.

„Wir benötigen den Mut, Solidarität und Frieden zu globalisieren“, forderte er nachdrücklich. Über das irakische Volk sagte er: „Jeden Tag erbitte ich von Gott für sie seinen Frieden, einen Friede, den die Menschheit nicht geben kann.“

„Friede kann nie durch Gewalt erreicht werden, er verlangt immer nach Dialog“, schreibt der Heilige Vater. „Krieg öffnet die Tore zu den Abgründen des Bösen. Der Krieg macht alles möglich, sogar völlig Irrationales.“

„Deshalb sollte Krieg immer als Niederlage angesehen werden: eine Niederlage der Vernunft und der Menschlichkeit“, sagte er. „Möge eine spirituelle und kulturelle Erneuerung den Krieg bald aus der Menschheit verbannen.“