Papst: Globalisierung als Chance sehen, Familien stärken, Jugend bilden

Ansprache an elf neu akkreditierte Botschafter

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VATIKANSTADT, 15. Dezember 2011 (ZENIT.org). - Papst Benedikt XVI. hat heute elf neue Botschafter am Heiligen Stuhl zur Übergabe der Beglaubigungsschreiben in Audienz empfangen, wie das Presseamt des Heiligen Stuhls verlauten ließ. Sie vertreten die Länder Trinidad und Tobago, die Schweiz, Guinea Bissau, Burundi, Thailand, Pakistan, Mosambique, Kirgisistan, Andorra, Sri Lanka und Burkina Faso. Es handelt sich um nicht in Rom residierende Botschafter.

Vatikansprecher Federico Lombardi erklärte zu dem Treffen gegenüber Radio Vatikan, künftig entfielen bei gemeinsamen Antrittsbesuchen von nicht in Rom residierenden Diplomaten die Botschaften des Papstes an jeden einzelnen Diplomaten. Umgekehrt gebe es auch kein schriftliches Grußwort des Botschafters an den Papst mehr. Damit werde das Verfahren vereinfacht und an internationale diplomatische Gepflogenheiten angepasst.

In seiner französischen Ansprache betonte der Papst, die Einheit der Menschheitsfamilie sei heute ein Faktum. Durch die neuen Möglichkeiten des Austausches  durch neue Kommunikationsmittel, durch Transportmöglichkeiten zur kommerziellen, ökonomischen Nutzung und die Migration hätten die Menschen verstanden, dass Einheit ihre Aufgabe sei.

Dies erfordere eine positive Auffassung von Solidarität. Die Gesellschaften seien heute voneinander abhängig und wüssten das auch, aber es sei nötig, „in dieser wechselseitigen Abhängigkeit keine Bürde zu sehen, sondern einen Vorteil“. Sie müsse dazu dienen, das Gefühl der gegenseitigen Verantwortung zu stärken, damit einer für den anderen arbeite.

An erster Stelle nannte der Papst die Solidarität zwischen den Generationen. Diese werde naturgemäß in der Familie erlernt und gelebt, die eine integrale Erziehung ermögliche und der eine wesentliche Aufgabe in der Gesellschaft zukomme.

Um die Fähigkeit zur Solidarität der Jugend zu stärken und zu einer erfolgreichen Erziehung beizutragen, sei die Bildung, die fundamentale ethische Werte vermitteln müsse, besonders in den Blick zu nehmen. Es müsse alles getan werden, um gegen soziale Übel wie Arbeitslosigkeit, Drogen, Kriminalität und Respektlosigkeit gegenüber der Person zu kämpfen.

Kulturelle und religiöse Unterschiede stellten keine Sackgasse dar. „Die Verschiedenheit der Kulturen und Religionen steht der Suche nach dem Wahren, Schönen und Guten nicht entgegen“, so der Papst. Diese Suche werde durch das Licht der Offenbarung erhellt und unterstützt.

Die Menschheit müsse ihre Intelligenz und ihre Kreativität nutzen, um gegen die Armut zu kämpfen und „eine „sparsamere und gesündere Nutzung der verfügbaren Energien und Ressourcen“ zu erreichen.

Sowohl jeder einzelne als auch die Politik stünden in der Verantwortung, den Weg der respektvollen Bewahrung der Schöpfung einzuschlagen.

Schließlich mahnte der Heilige Vater zur Wachsamkeit für den Respekt vor der Würde des Menschen, um der Versuchung entgegenzutreten , diese zu schmälern oder den Menschen zu instrumentalisieren,. Der Mensch dürfe kein Opfer privater Interessen werden. Dies führe zu Verarmung und zum Zerfall der Gesellschaft. 

Von Jan Bentz