Papst: Im Gebet werden wir von Gott verwandelt

Benedikt XVI. führte in seiner Katechesenreihe über das Gebet ins Alte Testament

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VATIKANSTADT, Mittwoch, 25. Mai 2011 (ZENIT.org). – Papst Benedikt XVI. führte in seiner Katechese während der Generalaudienz den Zyklus über das Gebet weiter fort. Er betrachtete den „Kampf“ Jakobs mit Gott im nächtlichen Gebet. Jakob habe nach seiner Niederlage und Ergebung in Gott einen neuen Namen und eine neue Berufung erhalten und den erhofften Segen. Die Kirche sähe in diesem nächtlichen Kampf ein Sinnbild für das Gebet, insofern es ein beharrliches Ringen im Glauben sei, ein Ringen in der Sehnsucht, Gott kennenzulernen, ihm näherzukommen, ihm zu begegnen.

Wir veröffentlichen die offizielle deutsche Zusammenfassung im Wortlaut:

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Liebe Brüder und Schwestern!

In der Reihe der Katechesen über das Gebet möchte ich heute über einen Abschnitt aus dem Buch Genesis zu Ihnen sprechen. Da geht es um einen Kampf, in den ein Unbekannter den Stammvater Jakob bei Nacht verwickelt, als er gerade den Fluß überschreiten will, um in die Heimat und in das Gebiet seines Bruders Esau zu gelangen. Der Rivale scheint besiegt zu sein, doch dieser fragt ihn, wie er denn heiße. Darauf gibt der Patriarch seinen Namen preis und antwortet: „Jakob“. Den Namen kennen bedeutet nach biblischer Auffassung, Macht über die Person zu haben. Indem Jakob seinen Namen nennt, gibt er sich in die Hände seines Gegners. Aber durch diese Geste der Übergabe wird Jakob paradoxerweise zum Sieger im Kampf und erhält von seinem Gegenüber einen neuen Namen: „Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel (Gottesstreiter); denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen“ (Gen 32,29). Der Name „Jakob“, der auch so etwas wie „Betrüger“ bedeuten kann und an Episoden aus seinem bisherigen Leben erinnert, weicht einer neuen Identität. Nun zeigt sich, daß er mit Gott gerungen hat, und Gott hat in diesem Ringen das Negative aus seiner Geschichte ins Positive gewandelt. Die geistliche Überlieferung der Kirche hat in dieser schwierigen Geschichte des nächtlichen Kampfes ein Sinnbild für das Gebet gesehen, insofern es ein Ringen im Glauben ist, ein Ringen der Sehnsucht, Gott zu kennen, ein Ringen, ihm näherzukommen, ihn kennenzulernen, ihm zu begegnen, ein Ringen der Beharrlichkeit. Es geht um die Suche nach Gott, um den Kampf, seinen Namen kennenzulernen. Jakobs Streit zeigt uns die Intensität dieser Gottesbeziehung, die mit Ausdauer göttlichen Segen und eine neue Identität als Frucht von Umkehr und Vergebung erbittet. Nicht im Vertrauen auf eigene Kräfte wird der Segen Gottes gewonnen. Jakob und alle Beter empfangen ihn von Gott als ein Geschenk, das sie verwandelt. Und so will uns diese mysteriöse Geschichte einladen, auszuhalten vor dem unbekannten Gott, um ihn zu ringen, ihn nicht loszulassen, bis er uns segnet. Sie lädt uns ein, ihn durch die Kraft unserer Demut und unserer Beharrlichkeit, unserer Sehnsucht nach der Begegnung mit ihm, kennenzulernen, ihn zu sehen und von ihm gleichsam besiegt zu werden, indem er uns erneuert und verwandelt.

Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:

Von Herzen grüße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher. Möge das Beispiel Jakobs uns Mut machen, uns ganz in die Hände Gottes zu geben, nicht Angst zu haben, dass uns dabei etwas verlorengeht, und uns von ihm umwandeln zu lassen. Der Herr helfe uns, den Kampf des Glaubens mit Ausdauer zu kämpfen und durch unsere Gebete Gottes Segen zu erlangen für uns und für die Welt. Danke.