Papst in Gemelli-Klinik: Medizinischer Fortschritt birgt auch Gefahren

50. Jahrestag der Gründung der medizinischen und chirurgischen Fakultät

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1203 klicks

ROM, 3. Mai 2012 (ZENIT.org). – Anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung der medizinischen und chirurgischen Fakultät der katholischen „Università del Sacro Cuore“, benannt nach ihrem Gründer Agostino Gemelli, hat Papst Benedikt XVI. in Begleitung von Kardinal Agostino Vallini, Bischof Lorenzo Leuzzi und weiteren Führungspersönlichkeiten aus dem universitären und kirchlichen Bereich dem römischen Sitz der Universität einen Besuch abgestattet.

In seiner Ansprache vor dem Präsidenten der Universität, Dozenten, Medizinern und Studenten sowie zahlreichen Regierungsmitgliedern und Ministern wies der Papst darauf hin, dass in der heutigen Zeit die Sicht der Welt und das Menschenbild selber tief greifenden Veränderungen unterliege. Die vielen Entdeckungen und die innovative Technologie könnten zwar mit Stolz erfüllen, bürgen aber auch beunruhigende Gefahren. Trotz des wissenschaftlichen Optimismus breite sich der „Schatten einer Krise des Denkens“ aus. Reich an Mitteln, aber ohne Ziele, greife bei dem Menschen von heute ein Relativismus und Reduktionismus um sich, der die eigentliche Bedeutung der Dinge verwirre. Geblendet von der technischen Effizienz werde der fundamentale Sinn des menschlichen Seins und dessen Transzendenz vergessen, es verliere seinen ethischen und normativen Rückhalt.

Die wissenschaftliche Forschung und die Frage nach dem Sinn entsprängen beide der Quelle des einen „Logos“, der über dem Werk der Schöpfung stehe und den SInn der Geschichte leite.

Es sei wichtig, dass die Kultur die eifrige Suche nach dem Sinn wiederentdecke und sich der Transzendenz öffne, sich also wieder der Suche nach Gott zuwende.

Eine katholische Medizin-Fakultät sei ein Ort, wo der transzendente Humanismus nicht nur ein „Slogan“ bleiben dürfe, sondern jeden Tag gelebt werden müsse.