Papst könnte Jordanien zwischen März und April besuchen

Erzbischof Lahham, Lateinischer Patriarchalvikar, bestätigte Bericht der Nachrichtenagentur SIR

Jerusalem, (Lateinisches Patriarchat) | 307 klicks

In seiner Ausgabe vom 30. September 2013 kündigte die italienische Nachrichtenagentur SIR an, dass der Bischof von Amman die „große Hoffnung“ auf einen Besuch des Papstes in Jordanien hege. Erzbischof Maroun Lahham, Lateinischer Patriarchalvikar, bestätigte uns diese Nachricht.

„Sicherlich“ antwortet Erzbischof Lahham auf den Vorschlag, einen Auszug seines Interviews für die Nachrichtenagentur SIR über einen eventuellen Besuch des Heiligen Vaters in Jordanien auf der offiziellen Seite des Lateinischen Patriarchats zu veröffentlichen. „Wir Bischöfe haben ihn in den vergangenen Tagen im Vatikan getroffen. Es gibt nichts Offizielles, aber der Papst sollte zwischen März und April anlässlich des 50. Jahrestages des ökumenischen Treffens zwischen dem Patriarchen Athenagora I und Paul VI kommen. Die Muslime hier ehren ihn; er wurde von den höchsten Autoritäten eingeladen. Der Papst ist einzigartig, fantastisch. Er würde gerne kommen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Und wenn er auch ins Flüchtlingslager Zaatari gehen möchte, dann werden wir ihn hin bringen.“

Das Flüchtlingslager Zaatari befindet sich an der nördlichen Grenze des Haschemitischen Königreiches. Es ist das zweitgrößte Flüchtlingslager auf der Welt. Mit dem Aufbau wurde im Juli 2012 mit hundert syrischen Familien begonnen. Heute beherbergt es 130.000 Personen, und täglich kommen 2.000 neue Bewohner hinzu. Es beherbergt Krankenhäuser und 3.000 Geschäfte. Es gibt auch Schulen, aber nur eins von vier Kindern besucht diese. Jeden Tag werden eine halbe Million Brote und 4,2 Millionen Liter Wasser verteilt. Jeden Tag werden 13 Kinder geboren. Daneben entsteht ein neues Flüchtlingslager. Das Lager Azeaq soll weitere 130.000 Personen aufnehmen.

Die Nähe von Papst Franziskus zu Migranten und Flüchtlingen ist bekannt. Sein Besuch in Lampedusa im vergangenen Juli beweist dies. Papst Franziskus beklagte damals die„Gleichgültigkeit“ der Welt gegenüber dem Schicksal der Migranten bei ihrer Suche nach einem besseren Leben. „Die Kultur des Wohlstandes macht uns taub für die Schreie der anderen (…) führt zur Globalisierung der Gleichgültigkeit.“ Der Papst hatte dazu aufgefordert, „gewisse Haltungen zu ändern“, und schloss  bewegt: „Wir haben das Gefühl der brüderlichen Verantwortung verloren.“

Wir erinnern daran, dass König Abdullah II von Jordanien am 29. August vom Papst im Vatikan empfangen wurde. Das haschemitische Oberhaupt hatte seine Beunruhigung hinsichtlich der immer schwieriger werdenden Lage in Syrien und besonders des neuen Flüchtlingsstromes in sein Land ausgedrückt. Eine Million Flüchtlinge leben bereits auf jordanischem Gebiet.

Und Jerusalem?

Auf der anderen Seite, wenn Erzbischof Lahham sagt, dass nur Jordanien erwähnt wurde, erinnern wir daran, dass Papst Franziskus – im Flugzeug, das ihn, auf dem Rückweg vom Weltjugendtag in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli von Rio de Janeiro nach Rom brachte – die Idee einer Reise nach Jerusalem anklingen hat lassen. Dieses Vorhaben steht in engem Zusammenhang mit dem Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus I.; der Papst hatte damals gesagt: „Wir arbeiten daran, aber wir wissen noch nicht, ob wir reisen werden oder nicht.”Sofort nach der Wahl von Papst Franziskus hatte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, den Heiligen Vater dazu eingeladen, das Heilige Land zu besuchen. Bergoglio war bereits 1973 im Heiligen Land, nur wenige Stunden vor Beginn des Jom-Kippur-Krieges.

Christophe Lafontaine
(Übersetzung aus dem Italienischen von Barbara Frua)

(Quelle: Lateinisches Patriarchat von Jerusalem, 02/10/2013)