Papst kündigt Reise zum Weltjugendtag an

Themen des Palmsonntags: Freude, Kreuz, Jugend

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 676 klicks

„Mit Freude sehe ich dem kommenden Juli in Rio de Janeiro entgegen! Ich verabrede mich mit euch in dieser großen Stadt Brasiliens!“ Papst Franziskus hat elf Tage nach seiner Wahl bei der hl. Messe des Palmsonntags auf dem Petersplatz als erste Auslandsreise seine Teilnahme am Weltjugendtag 2013 angekündigt, der vom 23. bis 28. Juli in Rio de Janeiro stattfinden wird. Zu diesem großen Jugendtreffen hatte ihn auch Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff in den vergangenen Tagen nochmals ausdrücklich eingeladen. An welchem Tag der Papst in Rio eintreffen wird, steht allerdings noch nicht fest. Möglicherweise wird er diese Reise mit einem Abstecher ins Marienheiligtum Aparecida verbinden, dem von ihm besonders geschätzten, großen brasilianischen Wallfahrtsort.

Ungefähr 250.000 Gläubige, darunter besonders viele Jungendliche, hatten sich auf dem Petersplatz anlässlich der zweiten öffentlichen Messe des Papstes an diesem Sonntag versammelt, an dem die Kirche in Italien ihren 28. diözesanen Jugendtag feiert.

Seine Predigt zum Palmsonntag stellte der Papst unter drei Themen: Freude, Kreuz und Jugend. Jesu Einzug in Jerusalem vollziehe sich in einem Klima der Freude. Es sei ein Fest, geprägt von Lobpreis, Frieden, eine Szene voll von dem Licht der Liebe Jesu und seines Herzens.

„Auch wir haben Jesus empfangen; auch wir haben die Freude zum Ausdruck gebracht, ihn zu begleiten, ihn nahe zu wissen, in uns und unter uns gegenwärtig als ein Freund, als ein Bruder, auch als König, das heißt, als leuchtender Bezugspunkt unseres Lebens. Jesus ist Gott, doch er hat sich erniedrigt, unseren Weg mitzugehen“, so der Papst.

Die Freude darüber müsse das prägende Merkmal eines Christen sein, der niemals ein trauriger oder mutloser Mensch sein dürfe. Die christliche Freude entspringe aber nicht aus dem Besitzen vieler Dinge, sondern aus der Tatsache, einer Person begegnet zu sein: Jesus, der in unserer Mitte sei, gemeinsam mit ihm könne man niemals mehr einsam sein, besonders in schwierigen Momenten des Lebens. In solchen Momenten komme „der Feind, kommt der Teufel, oftmals als Engel verkleidet, und heimtückisch sagt er uns ein Wort. Hört nicht auf ihn!“, forderte der Heilige Vater die Gläubigen auf, und „lasst nicht zu, dass die Hoffnung geraubt wird! Jene, die Jesus uns schenkt.“

Mit dem Jubel für den Messias als König leitete Franziskus auf den zweiten Schwerpunkt der Thematik über. Jesus sei nicht als Herrscher in Jerusalem eingezogen, um die Ehren zu empfangen, die weltlichen Herrschern vorbehalten seien.

Er ziehe ein, um gegeißelt, beschimpft und geschmäht zu werden, um eine Dornenkrone, einen Stock und einen Purpurmantel zu erhalten; sein Königtum werde Gegenstand des Spottes sein; er ziehe ein, um mit dem Balken des Kreuzes beladen zum Kalvarienberg hinaufzugehen.

„Sein Königsthron ist das Holz des Kreuzes!“, betonte der Papst. Weil Jesus das Böse, den Schmutz, unsere Sünde, alle Sünde der Welt auf sich nehme und mit seinem Blut wasche, mit der Barmherzigkeit, mit der Liebe Gottes. Das Böse schlage der Menschheit Wunden, Kriege, Gewalt, Machtstreben, Korruption, die Geldgier, Verbrechen gegen das menschliche Leben und gegen die Schöpfung sowie die eigenen persönlichen Sünden.

„Am Kreuz spürt Jesus das ganze Gewicht des Bösen, und mit der Kraft der Liebe Gottes überwindet er es, besiegt es in seiner Auferstehung. Das ist das Gute, das Jesus uns allen erweist – auf dem Thron des Kreuzes“, so Franziskus.

Das mit Liebe angenommene Kreuz Christi führe niemals in die Traurigkeit, sondern zur Freude, zur Freude, gerettet zu sein, und ein klein wenig das zu tun, was er an jenem Tag seines Todes getan habe.

Dann wandte sich der Papst direkt an die Jugendlichen, die anlässlich des 28. Jugendtages gekommen waren, und bekräftigte, wie wichtig sie für das „Fest des Glaubens“ seien. Er stelle sich vor, wie sie in Jesu Umgebung feierten, wie sie Olivenzweige schwenkten, um ihrer Freude Ausdruck zu geben.

„Ihr bringt uns die Freude des Glaubens“, betonte er, „und zeigt uns, dass wir den Glauben mit einem jungen Herzen leben müssen, auch mit 70, 80 Jahren. Mit Christus wird ein Herz niemals alt!“

Franziskus forderte die Jugendlichen auf, sich niemals des Kreuzes zu schämen. Sie trügen das Pilgerkreuz durch alle Kontinente und folgten damit der Einladung Jesu „Geht, und macht alle Völker zu meinen Jüngern" (Mt 28,19), dem Motto des diesjährigen Weltjugendtages.

„Mit Freude sehe ich dem kommenden Juli in Rio de Janeiro entgegen! Ich verabrede mich mit euch in dieser großen Stadt Brasiliens! Bereitet euch gut vor, besonders im geistlichen Sinn, damit dieses Treffen ein Zeichen Glaubens für die ganze Welt wird.“

Am Ende seiner Predigt erbat der Papst die Fürsprache der Jungfrau Maria, die die Freude lehre, die Liebe, mit der man unter dem Kreuz auf ihn schauen müsse und die Begeisterung des jungen Herzens in der Nachfolge.