Papst legt der Kurie zu Weihnachten Mitverantwortung für die Schöpfung ans Herz

Die Weihnachtsansprache an die Römische Kurie

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ROM, 22. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Am heutigen Vormittag fand im Vatikan das traditionelle Weihnachtstreffen des Heiligen Vater mit der Römischen Kurie statt. Benedikt XVI. empfing die Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe, die Mitglieder der Päpstlichen Familie, die Mitarbeiter der Kurie und des Governatorats in der Sala Clementina des Apostolischen Palasts. Die lange Rede Benedikts XVI. war der Zusammenschau des Jahres, in dem er das Paulusjahr eröffenete, sowie den großen gesellschaftlichen und kirchlichen Themen gewidmet. Dabei konzentrierte sich der Papst auf die großen Jubiläen und die diesjährigen Pastoralreisen und gab dazu eine Katechese über das Wirken des Heligen Geistes im Leben der Kirche in diesem Jahr.

„Vor 50 Jahren ist Papst Pius XII. gestorben, vor 50 Jahren wurde Johannes XXIII. zum Papst gewählt. 40 Jahre sind seit der Veröffentlichung der Enzyklika „Humanae vitae“ vergangen und 30 Jahre seit dem Tod ihres Verfassers, Papst Paul VI.“.  


Zu Beginn seiner Ansprache gedachte Benedikt XVI. dreier einzelner Ereignisse des vergangenen Jahres, die ihm bei der Rückschau besonders ins Auge fielen: „Da war zunächst der Weltjugendtag in Australien, ein großes Fest des Glaubens, das mehr als 200.000 Jugendliche aus allen Teilen der Welt nicht nur äußerlich – geographisch -, sondern inwendig in der Gemeinsamkeit der Freude des Christseins zueinander geführt hat. Daneben stehen die beiden Reisen in die Vereinigten Staaten und nach Frankreich, in denen Kirche vor der Welt und für die Welt sichtbar wurde als geistige Kraft, die Wege des Lebens zeigt und durch das Zeugnis des Glaubens Licht in die Welt trägt. Denn dies waren Tage gewesen, aus denen Helligkeit kam; Zuversicht, dass es gut ist zu leben, recht das Gute zu tun. Und da ist schließlich der Bischofssynode zu gedenken: Bischöfe aus aller Welt waren versammelt um das Wort Gottes herum, das in ihrer Mitte aufgerichtet war; um das Wort Gottes, dessen große Bezeugung in der Heiligen Schrift zu finden ist“.

„Kostbar war es, dass ein Rabbi über die Heiligen Schriften Israels sprach“, betonte der Papst, „die ja auch unsere Heiligen Schriften sind“. „Ein großer Augenblick war es für die Synode, ja, für den Weg der Kirche insgesamt, dass Patriarch Bartholomäus uns von der orthodoxen Überlieferung her auf eindringliche Weise zum Wort Gottes hinführte. Nun hoffen wir, dass die Erfahrungen und die Erkenntnisse der Synode ins Leben der Kirche hineinwirken: in den persönlichen Umgang mit den Heiligen Schriften, in ihre Auslegung in der Liturgie und Katechese wie auch in wissenschaftlicher Forschung: dass die Bibel nicht Wort der Vergangenheit bleibe, sondern ihre Lebendigkeit und Gegenwart in der Weite der Dimensionen ihrer Bedeutungen gelesen und erschlossen werden“.

Weierhin nahm Papst Benedikt XVI. Insbesondere zum Thema Umwelt Stellung. Die Kirche dürfe sich nicht nur darauf beschränken, ihre Heilsbotschaft zu vermitteln. Sie habe auch eine Verantwortung für die Schöpfung und müsse diese auch öffentlich wahrnehmen. Dazu gehöre der Schutz von Erde, Wasser und Luft als Geschenken der Schöpfung für alle sowie der Schutz des Menschen vor Selbstzerstörung, sagte Benedikt XVI.

„Der missionarische Geist der Kirche ist nichts anderes als der Drang, die Freude mitzuteilen, die uns geschenkt wurde“, so der Papst abschließend. „Dass sie in uns allezeit lebendig sei und so auf die Welt in ihren Drangsalen ausstrahle, das ist meine Bitte am Ende dieses Jahres. Verbunden mit dem herzlichen Dank für all Ihr Mühen und Wirken wünsche ich Ihnen allen, dass diese von Gott kommende Freude uns auch im neuen Jahr reichlich geschenkt werde“.

„Dieses Anliegen vertraue ich der Fürsprache der Jungfrau Maria, der Mater divinae gratiae, an und erbitte von Ihr fröhliche Weihnachtstage im Frieden des Herrn. In diesem Sinne erteile ich Ihnen allen und der großen Familie der Römischen Kurie von Herzen den Apostolischen Segen“.