Papst: Liturgie ist "Quelle der Heiligkeit"

Botschaft anlässlich der Vollversammlung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

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ROM, 3. März 2005 (ZENIT.org).- Anlässlich der Vollversammlung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, die am Freitag zu Ende geht, hat Papst Johannes Paul II. ihrem Präfekten, Kardinal Francis Arinze, eine diesen Donnerstag vom Heiligen Stuhl veröffentlichte Botschaft zugesandt.



Der Papst fühlt sich den 51 Kongregationsmitgliedern, die sich zu Liturgie-Beratungen zurückgezogen haben, sehr nahe und unterstützt ihre Bemühungen, gerade "in diesem besonderen Jahr der Eucharistie". Er drückt seine Anerkennung für die großartige Arbeit der Kongregation aus, die ganz in Übereinstimmung mit seinem Pastoralplan stehe, den er für das ganze Volk Gottes angefertigt habe. Dieser Plan besteht vor allem in seiner Einladung an alle Glaubenden, "sich immer mehr in der 'Kunst des Gebetes' zu spezialisieren".

Besonders lobt der Heilige Vater die prompte Reaktion der Kongregation auf die in der Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" und im Apostolischen Schreiben "Mane nobiscum Domine".- enthaltenen Anweisungen, die in der Instruktion "Redemptionis Sacramentum" und danach in den "Empfehlungen und Vorschlägen" für das Jahr der Eucharistie ihren Niederschlag fanden. Nicht zuletzt dank dieser Dokumente wachse die Liebe der Christen zum Allerheiligsten Altarsakrament. Sie seien auch eine enorme Hilfe, um "das Sakrament der Eucharistie immer würdiger zu feiern, in Übereinstimmung mit den liturgischen Normen und vor allem mit einer echten inneren Teilnahme", schreibt der Papst.

Dabei sei das von der Kongregation im Lichte der Konzilskonstitution "Sacrosanctum Concilium" behandelte Thema der "Ars celebrandi", der Kunst der Feier, von ganz besonderer Bedeutung: In der ganzen Liturgie, vor allem aber "in der Eucharistiefeier, dieser lebendigen Vergegenwärtigung des Ostergeheimnisses, ist Christus gegenwärtig". Seine Handlung werde in einer der menschlichen Natur sehr entgegenkommenden Weise mitgeteilt, denn der Mensch bedürfe "der Worte, der Zeichen und der Riten". Die Wirksamkeit der liturgischen Handlung sei "Frucht und Werk des Heiligen Geistes, verlangt aber eine menschliche Antwort", betont der Papst. Die 'Ars celebrandi' sei "eine Kunst, die mit dem Einsatz für das Gebet und das konsequente christliche Leben einhergeht. Durch Riten und Gebete soll man sich im Innersten vom Geheimnis berühren und erfüllen lassen."

Danach spricht der Heilige Vater das Thema der Predigt an, das auf der Vollversammlung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung besondere Beachtung findet. Die Predigt stehe im Dienst des Worte Gottes und sei etwas anderes als eine gewöhnliche Katechese, erklärt Johannes Paul II. in seinem Schreiben. "Die Homilie muss die Begegnung zwischen Gott, der spricht, und der Gemeinde, die zuhört, fördern", schreibt er. Dann fügt er hinzu, dass diese Begegnung auf "innigstmögliche und gewinnbringendste Weise" zu Wege gebracht werden sollte. Vor allem dürfe sie nicht bei der Sonntagsmesse fehlen. "Im Kontext der Neuevangelisierung ist die Homilie eine einzigartige und großartige Bildungsmöglichkeit."

Als drittes Thema spricht der Papst in seinem vom 3. März datierten Brief das Thema der liturgischen Ausbildung an, die in der Formung künftiger Priester und Diakone, Ordensleute, aber auch "für alle Gläubigen" eine "fundamentale Rolle" spiele. In allen Pfarreien, kirchlichen Gemeinschaften und Verbänden sollte daher eine geeignete liturgische Ausbildung stattfinden, "denn so wird man den Reichtum der Liturgie, der sich in ihrer Sprache äußert, besser verstehen und sie in ihrer ganzen Fülle besser begreifen können. In dem Maße, in dem dies geschieht, wird man den wohltuenden Einfluss auf das persönliche und gemeinschaftliche Leben erfahren."

Abschließend lädt Papst Johannes Paul II. die Kongregationsmitglieder ein, ihre liturgischen Bemühungen dahingehend zu konzentrieren, damit man von einer "Erneuerung zur Vertiefung" kommen könne – "damit die Liturgie das Leben der Einzelnen und der Gemeinden mehr und mehr beeinflusst und Quelle der Heiligkeit, der Gemeinschaft und des missionarischen Engagements sein kann".

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, Vorsitzender der Liturgiekommission der deutschen Bischofskonferenz, hat am 15. Februar unter dem Titel "Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden" (Benediktsregel 43,3) ein 22 Seiten starkes Schreiben an alle Priester und Diakone über die eucharistische Instruktion "Redemptionis Sakramentum" verfasst. Es kann auf der Internetseite des Erzbistum Köln abgerufen werden.