Papst mahnt christliche Politiker zur Rückbesinnung auf die fundamentalen Werte

Familie, gründend auf der Ehe zwischen Mann und Frau, ist Garant für den Schutz der Menschenwürde

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Von Jan Bentz

ROM, 28. September 2012 (ZENIT.org). ‑ Die Rückbesinnung auf christliche Fundamente in der Politik, wie sie in dem Konzilsdokument „Gaudium et spes“ und im Katechismus der katholischen Kirche festgelegt sind, hat Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache an die Internationalen Christdemokraten bei ihrer Audienz in Castel Gandolfo gefordert. Christen seien in der komplexen und ernsten, Sorge bereitenden ökonomischen Situation gerufen, das unaufhörliche und mysteriöse Handeln Gottes in der Geschichte zu begreifen und sich mit realistischer Einschätzung, Vertrauen und Hoffnung ihrer Verantwortung zu stellen.

Der Papst machte zum wiederholten Mal einen Mangel an Ethik für die globale Finanzkrise mit verantwortlich. Abseits jeglicher Resignation müsse deshalb das politische und gesellschaftliche Handeln mit neuer Anstrengung solide ethische Fundamente suchen und dürfe sich nicht nur an der Logik des Marktes ausrichten. Das unwiderrufliche Ziel sei es, das recht verstandene Gemeinwohl anzustreben, dazu gehöre der Schutz der unveräußerlichen Würde der menschlichen Person.

Die Ordnung der Dinge müsse der menschlichen Ordnung unterstellt werden und nicht umgekehrt. Dies sei heute notwendiger denn je, betonte der Papst. Die menschliche Ordnung aber basiere auf Wahrheit, werde auf Gerechtigkeit errichtet und von der Liebe beseelt.

Dies sei nicht möglich ohne die Ausrichtung am Wort Gottes und der Lehre der Kirche, was besonders für die christlichen Politiker gelte.

In etlichen Ländern, ‑ auch in Deutschland – treten C-Politiker für eine „liberale“ Abtreibungspraxis und für eine Gleichstellung homosexueller Paare mit der normalen Familie ein.

Sicherlich vor diesem Hintergrund beklagte der Papst vor den christlichen Politikern des Weiteren die heute weit verbreiteten „oberflächlichen und kurzsichtigen Antworten“ auf die tiefgreifenden menschlichen Bedürfnisse. So bewahrheite sich die Warnung des hl. Apostels Paulus im zweiten Brief an Timotheus, es werde eine Zeit kommen, „in der man die gesunde Lehre nicht mehr erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit kein Gehör mehr schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden (2 Tim 4,3-5).“

Benedikt XVI. stellte nochmals mit allem Nachdruck die Familie, die auf einer Ehe zwischen Mann und Frau gründet und offen ist für die Weitergabe des Lebens, als unersetzbare Keimzelle jeder Gesellschaft heraus. Nur in einem solchen Raum, wo der Schutz des Lebens von seinem Beginn bis zu seinem natürlichen Ende gewährleistet sei, in einem Klima des gegenseitigen Respekts und Dienens, könne man den wichtigsten und empfindlichsten menschlichen Bedürfnissen gerecht werden. Damit sei die Familie die Grundlage jedes gesunden sozialen Zusammenlebens und beuge auch der zunehmenden Isolation der Menschen vor, was Leid und Verkümmerung für beide Seiten, die einzelne Person und die Gesellschaft, nach sich ziehe.

Deshalb seien der Schutz und die Förderung von Familien wichtigste Aufgabe nicht nur der einzelnen Staaten, sondern auch der Internationalen Völkergemeinschaft.

Die menschliche Würde zu bewahren, sei uns von unserem Schöpfer aufgetragen, so der Papst. Dies gelte vor allem für diejenigen, die politische Verantwortung trügen.

„Diese, besonders wenn sie vom christlichen Glauben beseelt sind, müssen stark genug sein, den kommenden Generationen Gründe zum Leben und zur Hoffnung zu bieten.“