Papst Nikolaus I.

Ein Papst des Frühmittelalters

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ROM, 13. November 2012 (ZENIT.org). - Papst Nikolaus I., der zu Beginn des 9. Jahrhunderts in Rom geboren wurde, war der erste gekrönte Papst. Seine Weihe und Krönung fanden am 24. April 858 im Petersdom in Anwesenheit Kaiser Ludwigs II. statt.

Das Pontifikat Papst Nikolaus I. dauerte neun Jahre und war durch zahlreiche Konflikten gekennzeichnet. Das Verhältnis zur Ostkirche war konfliktgeladen und führte 1054 schließlich zur Spaltung der Orthodoxen und Katholischen Kirche.

Im Jahr 867 war in Konstantinopel eine Synode einberufen worden, in der Nikolaus I. von der Ostkirche exkommuniziert und abgesetzt wurde. Mit seinem Tod im selben Jahr war der Konflikt zunächst beigelegt.

Papst Nikolaus I., dessen Einsatz darauf zielte, Recht und Ordnung in der Kirche walten zu lassen, trat für die Universalgewalt des Papsttums ein und übte diese auch aus. In der Funktion als Stellvertreter Christi wollte er die Position der Kirche sichern.

So unterstützte Papst Nikolaus I. Rothad, den Bischof von Soissons, gegen Hinkmar, den Erzbischof von Reims, der ersteren von seinem Amt entbunden hatte. Damit gestand Papst Nikolaus I. den Bischöfen das Recht zu, gegen einen Vorgesetzten Beschwerde beim Vatikan einzulegen.

Auch in der Ehe-Frage blieb Papst Nikolaus I. standhaft und definierte sie als unauflösbar, und zwar ohne Ausnahme, wie der Fall König Lothars II. von Lothringen zeigt. Trotz aller Versuche wurde die Scheidung des Königs abgelehnt, ihre Befürworter exkommuniziert.

Papst Nikolaus I. gilt als einer der bedeutendsten Päpste des Frühmittelalters und Vorbereiter des päpstlichen Universalmachtanspruchs. Er starb am 13. November 867. Seine Grabstätte ist unbekannt. [bd]