Papst richtet spontan direkte Worte an Jugendliche

Gebet um Wiedervereinigung Koreas

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 377 klicks

Im Anschluss an die gelesene Ansprache vor jungen Katholiken aus 23 asiatischen Ländern, die zum Sechsten Asiatischen Jugendtag zusammengekommen waren, hat sich Papst Franziskus spontan mit einigen Worten direkt an die Jugendlichen gewandt.

Der Papst sagte, er sei von den Worten der kambodschanischen May sehr berührt gewesen, ihrem Lebenskonflikt und der Frage, ob sie ein geweihtes Leben führen oder einen Beruf erlernen solle. Es handle sich dabei nur scheinbar um einen Konflikt, so der Papst, denn wenn der Herr rufe, anderen Gutes zu tun, habe das das gleiche Ziel, ob es sich dabei um ein geweihtes Leben oder ein Leben in der Familie handle. Der Papst sagte, niemand müsse den Weg wählen, denn Jesus wähle ihn. Er sagte, man müsse den Herrn direkt danach fragen, was man machen solle, das habe er als junger Mann gemacht, dies sei das Gebet, das ein Jugendlicher beten solle: „Herr, was willst Du von mir?“ Der Papst legte den Jugendlichen nah, zu beten und auf den Rat Nahestehender zu hören. Der Satz „Herr, was willst du von meinem Leben“ werde am besten drei Mal wiederholt. An die junge Kambodschanerin May gewandt sagte Papst Franziskus: „Ich bin sicher, der Herr wird euch erhören, auch dich May, hab Dank für dein Zeugnis.“

Die junge May hatte gegenüber Papst Franziskus zudem ihr tiefes Bedauern darüber ausgesprochen, dass es in Kambodscha noch keine Heiligen gebe. Der Papst sagte, er sei sicher, dass es auch dort viele Heilige gebe, nur habe die Kirche sie noch nicht selig- oder heiliggesprochen. Er sagte zu ihr: „Ich verspreche dir, dass ich in Rom mit Angelo Amato sprechen und das untersuchen lassen werde.“

Dann ging Papst Franziskus auf die Fragen Marinas ein, die Überlegungen und eine Frage zum Glück angestellt hatte. Er sagte, das Glück kaufe man nicht und wenn man es kaufe, so sei es nicht von langer Dauer. Nur das Glück der Liebe dauere an. Der Weg der Liebe sei einfach: „Liebe Gott und liebe deinen nächsten Bruder, der dir nah ist, der deine Liebe braucht, der vieles braucht.“ Ob man Gott wirklich liebe verstehe man, wenn man seinen Nächsten liebe, wenn man keinen Hass im Herzen trage. Dies sei ein sicherer Beweis, dass man Gott liebe, so der Papst.

Im Anschluss an diese Überlegungen ging Papst Franziskus auf Anstoß Marinas hin auf das geteilte Korea ein, bei dem es sich um eine getrennte Familie handle. Es gebe einen Rat und eine Hoffnung, die dabei helfen würden, diese Familie wieder zu vereinen, so der Papst. Der Rat sei, für die Brüder im Norden zu beten: „Herr, wir sind eine Familie, hilf uns zur Einheit, du kannst bewirken, dass es dabei keine Gewinner und keinen Besiegten gibt, nur eine Familie. Dass es nur Brüder geben möge.“ Dann lud Papst Franziskus die Jugendlichen dazu ein, mit ihm gemeinsam für die Einheit Koreas zu beten und bat um eine Schweigeminute.

Im Anschluss sagte er, eine der vielen Hoffnungen sei, dass Korea eine Familie werde, alle würden die gleiche Sprache sprechen, Brüder sein. Wenn man die gleiche Sprache spreche, gebe es eine menschliche Hoffnung. Er erinnerte die Jugendlichen daran, dass Gott immer auf sie warte. Er appellierte an sie, nicht zu verzweifeln, denn man könne immer zum Vater zurückkehren und kehre man als Sünder zurück, bereite er einem ein Fest.

An die Priester gewandt sagte er, sie mögen die Sünder umarmen und barmherzig sein. Dies sei schön und mache ihn, den Papst, glücklich: „Gott wird nie müde zu verzeihen, er wird nie müde auf uns zu warten.“

Abschließend stellte er den Jugendlichen in Aussicht, dass sie sich bei der Messe am Sonntag wiedersehen werden, vorerst wolle er den Herrn für den Segen dieses Momentes bitten, so wie für die Kraft, treu und freudig das Zeugnis der Freude des Gebets zu geben und für Freude in ganz Asien so wie in der Welt. Dann gab er die Abschlussworte des gelesenen Textes noch einmal wieder.