Papst: Sakrament der Versöhnung kommt erzieherischer Wert zu

Beichte sowohl für Priester wie für Pönitenten von Nutzen

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ROM, 28. März 2011 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. wies am Freitag zum Abschluss eines fünftägigen internen Forums, das von der Apostolischen Pönitentiarie unterstützt wurde, auf die erzieherische Bedeutung des Sakraments der Versöhnung hin.

Der Heilige Vater stellte fest, dass bei der Beichte bisher der Aspekt des Lehrens und des Lernens nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, obwohl diesem eine geistliche und pastorale Bedeutung zukomme.

Der Papst sprach zuerst über den pädagogischen Wert des Sakramentes der Versöhnung für den Priester selbst. Das Priesteramt stelle einen einzigartigen und privilegierten Beobachtungspunkt dar, von dem aus man täglich die Größe der göttlichen Barmherzigkeit betrachten könne.

Der Heilige Vater sagte, dass Beichte hören grundsätzlich bedeute, „das Handeln des barmherzigen Gottes in der Geschichte zu betrachten und die Heil bringenden Wirkungen des Kreuzes und der Auferstehung Christi zu allen Zeiten und für jeden Menschen zu berühren."

Der Papst sprach davon, wie im Beichtstuhl der Priester gewissermaßen die „Abgründe der menschlichen Seele, auch deren dunkle Seiten", zu sehen bekomme. Dies stelle auch die „Menschlichkeit und den Glauben des Priesters selbst" auf die Probe.

„Auf der anderen Seite wird in ihm jedoch die Gewissheit genährt, dass das letzte Wort über das Böse des Menschen und die Geschichte Gott spricht, es besteht in seiner Barmherzigkeit, die in der Lage ist, alle Dinge neu zu machen", so der Papst.

Der Priester könne in der Tat bei der Beichte viel lernen. Ausdrücklich nannte der Papst das geistliche Leben beispielhafter Pönitenten, die Ernsthaftigkeit der Gewissenserforschung, die Transparenz, mit der sie ihre Sünde bekennen, und ihr Gehorsam gegenüber der Lehre der Kirche und den Hinweisen des Beichtvaters.

„Durch die Spendung des Sakraments der Buße können wir tiefe Unterweisungen in Demut und Glauben erhalten", versicherte Papst Benedikt.

Nur mittels der menschlichen Kraft allein seien die Priester nicht fähig, die Beichte zu hören. Wenn andere Glaubensgeschwister an sie heranträten, dann nur, „weil wir Christus, dem Hohen und Ewigen Priester, gleich gestaltete Priester sind und er uns befähigt, in seinem Namen und in seiner Person zu handeln und den lebendigen Gott zu repräsentieren, der verzeiht, erneuert und verwandelt."

Der pädagogische Wert für die Pönitenten bestehe laut dem Heiligen Vater vor allem in der Wirkung der Gnade und den objektiven Wirkungen des Sakramentes in der Seele der Gläubigen.

In diesem Zusammenhang komme der Gewissenserforschung „ein wichtiger pädagogischer Wert" zu, da sie anleite, „das eigne Leben mit Ehrlichkeit anzuschauen, es mit der Wahrheit des Evangeliums zu konfrontieren und es nicht nur mit menschlichen Maßstäben zu bewerten, sondern mittels der göttlichen Offenbarung."

Der Vergleich mit den Geboten, mit den Seligpreisungen und vor allem mit dem Gebot der Liebe bilde die erste große „Schule der Buße".

Darüber hinaus schlug Papst Benedikt XVI. ein ganzheitliches Bekenntnis der Sünden vor, das den Büßer zur Demut und zur Anerkennung seiner eigenen Schwachheit erziehe, daneben gleichzeitig aber das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Vergebung Gottes wach halte sowie das Vertrauen, dass die göttliche Gnade das Leben verändern könne.

Für viele Menschen stelle heute die Beichte die einzige Gelegenheit dar, um wirklich und in der Tiefe gehört zu werden. Deshalb bat der Bischof von Rom die Priester, „angemessene Möglichkeiten für die Ausübung des Dienstes der Versöhnung zu bieten."

Empfangen und gehört zu werden, sei auch ein menschliches Zeichen für die Annahme und Güte Gottes zu seinen Kindern, so der Papst.

[IS]