Papst sendet Beileidstelegramm für verstorbenen kubanischen Aktivisten

Oswaldo Payá Sardiñas, ein gläubiger Christ bis zum Schluss

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VATIKANSTADT, 26. Juli 2012 (ZENIT.org). – Benedikt XVI. hat dem Erzbischof von Havanna (Kuba), Kardinal Jaime Lucas Ortega, ein Telegramm geschickt, um den Autounfall vom 22. Juli zu kommentieren, bei dem Oswaldo Payá Sardiñas, Gründer der „Christlichen Befreiungsbewegung“ und seit 2002 Träger des Sacharow-Preises, ums Leben kam. Derselbe Unfall kostete auch Harold Cepero Escalante, Jugendabteilungsleiter der Organisation, das Leben; zwei weitere Mitglieder der Bewegung wurden verletzt.

Das Telegramm wurde von Erzbischof Giovanni Angelo Becciu, Amtsträger am Vatikanischen Staatssekretariat und von 2009 bis 2011 Apostolischer Nuntius in Kuba, übermittelt.

Payá hatte die „Christliche Befreiungsbewegung“, die nicht-gewaltsamen Widerstand gegen das kommunistische Regime auf Kuba propagierte, 1987 gegründet. Die Bewegung hat sich im Laufe der Jahre für die Befreiung politischer Gefangener und für Bürgerrechte eingesetzt.

Bei der Begräbnisfeier erwähnte Kardinal Ortega seine Freundschaft mit dem Gründer der „Christlichen Befreiungsbewegung“ und betonte, als „guter Christ“ habe Payá immer zu seinem katholischen Glauben gehalten, auch bei seiner politischen Tätigkeit.

„Oswaldo hatte eine klare Berufung zur Politik, was ihn aber, als guten Christen, nicht vom Glauben entfernte. Im Gegenteil; er suchte in seinem christlichen Glauben Inspiration für seine politischen Entscheidungen“, sagte der Kardinal.

Der kubanische Prälat beschrieb Payá als einen „politisch engagierten christlichen Laien, der immer voll zu seinen Ideen hielt und dabei der Kirche bis ans Ende seines Lebens treu blieb […]. Sein Glaube und seine Liebe zur Kirche haben ihn nie verlassen“.

Kardinal Ortega verlas das Telegramm des Heiligen Vaters. Da er vom „tragischen Vorfall“ erfahren habe, bittet der Papst den Kardinal, den Familien der Opfer sein „herzliches Beileid“ und seine „Nähe im Geiste“ zu überbringen. Gleichzeitig verspricht er sein Gebet „für die Verletzten, damit sie ihre volle Gesundheit zurückerlangen mögen“.

Manchen Aussagen zufolge soll das Auto von der Straße gedrängt worden sein. Es heißt, die kubanische Polizei ermittle über die Umstände des Unfalls.

„Der Heilige Vater erhebt innige Gebete zu Gott für den ewigen Frieden der Verstorbenen und bittet Ihn um Trost und Kraft für die Hinterbliebenen, die in dieser traurigen Zeit ihren unwiederbringlichen Verlust beweinen. Indem er für die Hinterbliebenen den Schutz Unserer Lieben Frau der Caridad del Cobre erbittet, erteilt der Heilige Vater seinen apostolischen Segen, als Zeichen des Glaubens und der Hoffnung in Jesus Christus, dem Erlöser der Menschheit“, endet das Telegramm.

 [Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]