Papst trifft Generalsekretär der Vereinten Nationen

Gemeinsamkeiten der Ziele herausgestellt, Rosenkränze für die Delegation

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 573 klicks

Papst Franziskus hat am gestrigen Dienstag den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, in einer Privataudienz empfangen. 

Inhalt des zwanzigminütigen Gedankenaustauschs war unter anderem die Zusammenarbeit zwischen den UN und dem Heiligen Stuhl. Zur Sprache kamen auch die Konfliktsituationen und die humanitären Krisen in Syrien, Korea und Afrika, wo Frieden und Stabilität bedroht sind. Ebenso das Problem des Menschenhandels, besonders von Frauen, sowie das Flüchtlings- und Migrantenproblem.

Das Treffen, das in der Tradition der Audienzen der Päpste mit den jeweiligen Generalsekretären der Vereinten Nationen steht, drückt auch die Wertschätzung für die zentrale Rolle des Heiligen Stuhls bei der Bewahrung des Friedens aus, indem er das Gemeinwohl fördert und die fundamentalen Menschenrechte verteidigt.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, der vor kurzem seine zweite Amtszeit begonnen hat, skizzierte an dieser Stelle seine Projekte für seine zweite fünfjährige Amtszeit, die sich unter anderem auf Konfliktprävention, internationale Solidarität und eine gerechte und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung konzentrieren sollen.

Papst Franziskus rief den Beitrag der katholischen Kirche in Erinnerung, die durch ihre eigene Identität die Mittel zur Unterstützung der Gesamtheit der menschlichen Würde und der Förderung einer Kultur der Begegnung besitze, die der UN dabei helfe, ihre höchsten institutionellen Ziele zu verwirklichen.

Ban Ki-moon ist seit Johannes XXIII. der siebte Generalsekretär der Vereinten Nationen, der von einem Papst empfangen wird. Er wurde von einer zwölfköpfigen Delegation begleitet. Die Schweizer Garde hatte ihn im St. Damasus-Innenhof begrüßt, wo er den Heiligen Vater im Namen der Vereinten Nationen zu seiner Wahl beglückwünschte. Es sei sehr wichtig, einen „spirituellen Führer der Welt zu treffen“, so Ki-moon, mit dem die Vereinten Nationen Ziele und Ideen teilten.

In einem Interview mit Radio Vatikan hatte Ban Ki-moon die Wahl des Namens des Heiligen Franz von Assisi als „eine starke Botschaft für die vielen gemeinsamen Ziele mit den Vereinten Nationen“ hervorgehoben. „Ich schätze seinen tiefen Geist der Demut und seine Leidenschaft für eine Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen“, so der UN-Generalsekretär über den Papst.

Als ermutigend bezeichnete er auch das Engagement, Brücken zwischen Gemeinschaften verschiedenen Glaubens zu bauen: „Ich glaube fest daran, dass der interreligiöse Dialog den Weg zu einer tiefen Wertschätzung der gemeinsamen Werte sein kann, die zu ebnen wiederum zu Toleranz, Integration und somit zum Frieden führt.“ Der Generalsekretär lud Franziskus bei dieser Gelegenheit zu einer Rede vor der UNO in New York ein.

Bei dem anschließenden üblichen Austausch von Geschenken übergab Ban Ki-moon die Charta der Vereinten Nationen in den sechs Amtssprachen (Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch). Franziskus überreichte dem UN-Generalsekretär ein Mosaik mit einem Bild von Rom sowie Rosenkränze für die Mitglieder seiner Delegation.

Der UN-Generalsekretär befindet sich gegenwärtig auf einer Europa-Reise. Von Donnerstag bis Samstag wird er Spanien besuchen.