Papst unterstreicht Beziehung zwischen Neuevangelisierung und Einheit

Neuevangelisierung und Einheit gehören zusammen

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CASTEL GANDOLFO, Montag, 5. September 2011 (Zenit.org ).- Papst Benedikt XVI. hat erneut auf die Bedeutung der Einheit der Christen für den Erfolg der Neuevangelisierung hingewiesen.

In einem Brief an den Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, äußerte der Papst sich zu diesen beiden Prioritäten seines Papstamtes und zu ihrer wechselseitigen Beziehung.

Das päpstliche Schreiben war anlässlich des 12. Interchristlichen Symposiums verfasst worden, das vom Franziskanischen Institut für Spiritualität der Päpstlichen Universität „Antonianum“ und der orthodoxen theologischen Fakultät der Universität „Aristoteles“ von Thessaloniki veranstaltet worden war.

Das viertägige Symposium ging am 2. September zu Ende und stand unter dem Thema: „Das Zeugnis der Kirche in der modernen Welt“.

Mit Hinweis auf die Einrichtung eines Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung erklärte der Heilige Vater, das Thema des Symposiums sei von „großer Aktualität und steht im Mittelpunkt meiner Sorge und Gebete.“

„Im Laufe der Jahrhunderte hat die Kirche nicht aufgehört, das Heil bringende Geheimnis des Todes und der Auferstehung Jesu Christi zu verkündigen, aber diese Verkündigung bedarf heute in vielen jener Regionen, die als Erste das Licht empfangen hatten und nun die Auswirkungen der Säkularisierung zu verspüren bekommen, die den Menschen in seiner tiefsten Dimension zu verarmen vermag, einer erneuerten Kraft“, erklärte der Papst.

Er wies auf zwei sich widersprechende Phänomene hin, die kennzeichnend für die moderne Welt seien: „Einerseits gibt es eine allgemeine Abgelenktheit und auch eine Unempfindlichkeit gegenüber der Transzendenz; andererseits gibt es zahlreiche Zeichen, die eine tiefe Sehnsucht nach Gott in vielen Herzen bestätigen. Diese drückt sich auf viele verschiedene Weisen aus und führt bei vielen Männern und Frauen zu einer aufrichtigen Suche.“

Angesichts desselben kulturellen und wirtschaftlichen Umfeldes würden die katholische und orthodoxe Kirche dieselben Herausforderungen teilen, erläuterte der Papst. Der Heilige Vater sprach von den wichtigen Auswirkungen des Symposiums auf die Ökumene, da die Gespräche zur Klärung der gemeinsamen Probleme und der unterschiedlichen Standpunkte beitrügen.

Benedikt XVI. hob die Bedeutung der ökumenischen Bemühungen bei der Evangelisierung hervor und erinnerte an die Worte Pauls VI.: Als „Träger der Evangelisierung dürfen wir den an Christus Glaubenden nicht das Bild von zerstrittenen und durch Fronten getrennten, keineswegs erbaulichen Menschen geben, sondern das Bild von Persönlichkeiten, die im Glauben gereift und fähig sind, einander jenseits aller konkreten Spannungen in der gemeinsamen, aufrichtigen und lauteren Wahrheitssuche zu begegnen. Wirklich, das Schicksal der Evangelisierung ist mit aller Bestimmtheit an das von der Kirche gebotene Zeugnis der Einheit gebunden“ (Enzyklika „Evangelium nuntiandi“ Nr. 77).

[ZENIT-Übersetzung des englischen Originals]