Papst zeigt den Weg, um die eigene Berufung finden zu können

Botschaft zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen am 17. April 2005

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ROM, 11. Januar 2005 (ZENIT.org).- In seiner vergangenen Samstag veröffentlichten Botschaft zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen am 17. April 2005 hat Johannes Paul II. die Jugendlichen aller Welt dazu eingeladen, in allen Dingen Christus zum Vorbild zu nehmen: "Lasst zu, dass er all Eurem Suchen und Sehnen, all Euren Idealen und Herzenswünschen Orientierung gibt."



In seinem Schreiben, das er bewusst unter das Motto “Zum Hinausfahren berufen” stellt, erklärt der Heilige Vater seine auf eigene Erfahrung beruhende Erkenntnis, dass "im Denken der neuen Generationen" die "Sehnsucht nach Heiligkeit sehr aufrichtig ist. Die jungen Menschen brauchen Christus, aber sie wissen auch, dass Christus nicht ohne sie auskommen wollte", sagt er.

"Auch heute" bestehe "großer Bedarf an heiligmäßigen Priestern, an Seelen, die ganz dem Dienst an Gott geweiht sind". Deshalb richtet er sich an die vielen jungen Menschen: "Vor allem Euch gegenüber möchte ich die Einladung Christi wiederholen, 'hinauszufahren'. Ihr befindet Euch in Situationen, in denen Ihr wichtige Entscheidungen für Eure Zukunft zu treffen habt. In meinem Herzen bewahre ich die zahlreichen Gelegenheiten, bei denen ich in den vergangenen Jahren jungen Menschen begegnet bin, die heute erwachsen sind und vielleicht Eltern von einigen unter Euch – oder Priester, Ordensmänner und -frauen, Eure Erzieher im Glauben.

Ich habe sie fröhlich gesehen, wie junge Menschen es sein sollen, aber auch nachdenklich, da sie vom Wunsch beseelt sind, ihrem Leben einen umfassenden 'Sinn' zu geben.

Immer tiefer habe ich erkannt, dass im Denken der neuen Generationen das Streben nach geistigen Werten stark ausgeprägt und ihre Sehnsucht nach Heiligkeit sehr aufrichtig ist. Die jungen Menschen brauchen Christus, aber sie wissen auch, dass Christus nicht ohne sie auskommen wollte.

Liebe junge Männer und Frauen! Vertraut Ihm, hört auf seine Lehren, richtet Euren Blick auf sein Antlitz, hört beharrlich sein Wort. Lasst zu, dass er all Eurem Suchen und Sehnen, all Euren Idealen und Herzenswünschen Orientierung gibt (…) Christus, liebe Jugendliche, bittet Euch 'hinauszufahren', und die Jungfrau Maria ermutigt Euch, Ihm ohne Zögern nachzufolgen."

Die "erste Bedingung" dafür, überhaupt "hinauszufahren" zu können, ist für den Heiligen Vater die persönliche Beziehung mit dem Herrn selbst. Deshalb ruft er dazu auf, "einen tiefen Geist des Gebets zu pflegen, der durch das tägliche Hören des Wortes Gottes genährt wird (…). Diese Verbindung mit Christus im Gebet lässt uns seine Gegenwart auch in den Augenblicken vermeintlichen Scheiterns erkennen, wenn alle Mühen unnütz erscheinen", fügt er hinzu und betont, wie wichtig gerade solche Augenblicke im menschlichen Leben sein können: " Besonders in diesen Momenten müssen wir das Herz dem Strom der Gnade öffnen und dem Wort Christi gestatten, uns mit aller Kraft zu durchdringen."

Eltern, Erzieher und Seelsorger lädt er dazu ein, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und sich der enormen und ehrenvollen Aufgabe, "die Jugendlichen auf dem Weg der Heiligkeit zu führen", immer bewusster zu werden.

"Seid ihnen Vorbilder großherziger Treue zu Christus. Ermutigt sie, ohne zu Zögern 'hinauszufahren' und spontan auf die Einladung des Herrn zu antworten. Einige beruft er zum Familienleben, andere zum geweihten Leben oder zum priesterlichen Dienst.

Helft ihnen, ihren Weg zu erkennen und zu echten Freunden Christi und zu seinen wahren Jüngern zu werden."

Den Weltgebetstag für geistliche Berufungen gibt es seit 1964. Paul VI. hatte ihn während des Zweiten Vatikanischen Konzils ins Leben gerufen.

[Zitate aus der vom Heiligen Stuhl veröffentlichten deutschen Originalfassung der Papstbotschaft]