Papst zu Verlobten: Habt keine Angst vor der Ehe

„Lasst euch nicht von einem hohen Ideal der Liebe abbringen!“

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Ancona,  13. September 2011 (Zenit.org). - Benedikt XVI. hat verlobte Paare dazu eingeladen, zuversichtlich den Weg der Ehe zu beschreiten, indem er sie aufforderte, keine Angst vor dem „großen Geheimnis“ zu haben, bei dem zwei Personen ein Fleisch werden.

Dies sagte er am Sonntag  zum feierlichen Abschluss des 25. Nationalen Eucharistischen Kongresses in Ancona, wo er seinen eintägigen Besuch mit der Begegnung mit einer Gruppe von Verlobten beendete.

Nach den Worten, die eines der Paare an ihn richtete, antwortete der Heilige Vater mit einer ermutigenden Botschaft über die Schönheit der menschlichen Liebe und dem Bewusstsein für deren Herausforderungen.

Er sicherte ihnen zu, dass beide, Gott und die Kirche, die Paare auf ihrem Weg der Ehevorbereitung begleiten würden. Er räumte ein, dass die Probleme, einen festen Arbeitsplatz zu finden, die Verpflichtungen gegenüber der Ehe erschweren würden.

„Verliert nicht den Mut angesichts der Anforderungen, die die Freude am Tisch des Lebens auszulöschen scheinen“, sagte er. „Bei der Hochzeit zu Kana, als der Wein ausging, forderte Maria die Diener dazu auf, zu Jesus zu gehen, und sie gab ihnen einen genauen Hinweis: „Was er euch sagt, das tut!“ Schätzt diese letzten Worte Marias, die– gewissermaßen als geistliches Testament - in die Evangelien aufgenommen wurden, und ihr werdet die Freude des Festes immer genießen: Jesus ist der Wein des Festes!“

Der Heilige Vater ermahnte die jungen Paare: „Lasst euch nicht von einem hohen Ideal der Liebe abbringen! Sie ist ein Widerschein der Liebe Gottes!“  

Päpstlicher Ratschlag

Benedikt XVI. gab auch einige praktische Ratschläge. Er empfahl den Paaren, sich nicht in sich selbst zurückzuziehen – es gebe Dinge, die „fälschlich beruhigend“ seien.

„Stattdessen lasst eure Beziehung zum Sauerteig einer aktiven Mitarbeit und Verantwortung in der Gemeinde werden“, ermutigte sie der Papst.

Auch erinnerte er die Paare daran, dass die Liebe nicht automatisch gegeben sei, sondern einen „Reifungsprozess“ erfordere.

„Von der ersten Zuneigung und dem ‚sich Wohlfühlen mit dem anderen‘ an, schult euch darin ‚recht zu lieben‘, das Wohl des anderen zu wollen“, so der Papst. „Die Liebe lebt von Uneigennützigkeit, Opferbereitschaft, Vergeben, Respekt vor dem anderen.“

Ewiges Geschenk

Der Bischof von Rom trug den Paaren auf, sich „in der Freiheit der Treue zu erziehen, die zum Schutz des anderen führt, zu dem Punkt, füreinander zu leben.“

Er legte ihnen nahe, sich darauf vorzubereiten, das Jawort „für immer“ mit Überzeugung zu sprechen.

 „Die Unauflöslichkeit der Ehe ist nicht so sehr eine Bedingung als ein Geschenk, das, jenseits jeder schwankenden menschlichen Situation, ersehnt, erbeten und gelebt werden muss“, so der Papst.

Auch bot er ihnen eine Wertung der Ratschläge der populären Kultur, vor der Ehe zusammenzuleben.

„Glaubt nicht, dass das Zusammenleben vor der Ehe eine Art Garantie für die Zukunft sei. Wenn ihr die Schritte der Intimität überspringt, die einen Respekt vor der Zeit und den verschiedenen Abstufungen in ihrem Ausdruck verlangen, werdet ihr euch an der Liebe „verbrennen“; Die Liebe braucht Platz für Christus, der imstande ist, eine menschliche Liebe treu, froh und unauflöslich zu machen.“

Abschließend sprach der Heilige Vater von der Erfahrung der Liebe als einer „Zugspannung zu Gott.“

„Wahre Liebe verspricht das Unendliche! Macht deshalb aus dieser Zeit der Vorbereitung auf die Ehe eine Reise des Glaubens: Entdeckt für euer Leben als Paar die zentrale Bedeutung Jesu Christi und das Gehen mit der Kirche“, sagte er. „Maria lehrt uns, dass das Wohl eines jeden vom aufnahmebereiten Hören des Wortes des Sohnes abhängt. Bei denen, die auf ihn vertrauen, wird das Wasser des täglichen Lebens in den Wein der Liebe verwandelt, der das Leben gut, schön und fruchtbar macht.“

[ZENIT-Übersetzung aus dem Englischen]