Papstbesuch im Libanon: Schritt vorwärts im Dialog

Kardinal Sandri kommentiert die Papstreise in den Libanon am kommenden Wochenende

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ROM, 12. September 2012 (ZENIT.org/RV). - Die bevorstehende Visite Papst Benedikts im Libanon möge die Scheinwerfer der Weltöffentlichkeit auf die Not der Christen im Nahen Osten lenken: Das ist laut Radio Vatikan die Hoffnung im Vatikan. Kurienkardinal Leonardo Sandri, der als Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation im Gefolge Papst Benedikts nach Beirut reisen wird, erklärte in einem Interview, die Reise könne dazu dienen, darauf aufmerksam zu machen, dass die Minderheiten ein Recht darauf haben, respektiert zu werden. besonders in Ländern, in denen diese Minderheiten nur ein kleiner Teil eines Umfelds sind, in dem eine andere Religion gelebt wird. „Die Religionsfreiheit aller zu garantieren und Musterbürger des eigenen Staates zu sein, ob man nun Christ oder Muslim ist – das ist ein Aufruf, den unsere katholischen Gläubigen mit all ihrem Enthusiasmus und Anteilnahme leben werden."

Denn sie seien Kinder der Kirche, Kinder des eigenen Landes und dienten ihrer Nation. Sie liebten ihre Heimat, gerade weil sie katholisch und gerade weil sie Christen seien.

Die Nahostsynode, deren Schlussdokument der Papst nun feierlich im Libanon übergeben wird, hatte zum Thema „Kommunion und Zeugnis“. Kardinal Sandri hofft, der Besuch des Papstes werde dazu beitragen, den Glauben in den Herzen der Christen neu zu entflammen und auch ökumenische Barrieren abzutragen, die sich zwischen den einzelnen christlichen Glaubensgemeinschaften erheben. Neben der Neuevangelisierung und dem Dialog zwischen den Christen soll durch den Papstbesuch auch der interreligiöse Dialog neue Impulse bekommen. Kardinal Sandri betonte, dass die Präsenz des Papstes keine Präsenz der Macht und der Präpotenz sein werde, sondern eine Präsenz der Liebe, des Dialogs, des Zuhören-Könnens und des Zusammenseins. „Die Präsenz des Evangeliums und des Christentums kann nicht als Motiv herangezogen werden, Gewalt auszuüben oder Hass und Trennung zu säen. Der Papst wird Zeugnis ablegen für den Willen zum Frieden und für die Liebe, die aus dem Evangelium spricht. Deshalb denke ich, dass dieser Besuch wirklich ein prophetischer Besuch für die Kirche und den Nahen Osten sein wird“, so der Kardinal.

Die Vorbereitungen für die apostolische Visite kommen unterdessen langsam zu ihrem Abschluss: Am Freitag wird Papst Benedikt vom Flughafen Rom-Ciampino in Richtung Beirut starten. Er selbst hat an diesem Sonntag beim Angelus eine klare Botschaft verkündet: „Meine apostolische Reise in den Libanon steht im Zeichen des Friedens“. Mit der Gewalt und der Verschärfung der Spannungen im Nahen Osten könne man sich nicht einfach abfinden.

Radio Vatikan wird die einzelnen Stationen der Papstreise (teilweise live) Freitag bis Sonntag mit deutschem Kommentar über den Vatikanplayer auf seiner Webseite sowie über die Partnersender übertragen.