Papstbesuch in Österreich – Wallfahrt, Glaubensfest, Ermutigung

Letzte Pressekonferenz vor der dreitägigen Visite Benedikts XVI.

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WIEN, 6. September 2007 (ZENIT.org).- Die dreitägige Reise nach Wien, Mariazell und Heiligenkreuz, die Papst Benedikt XVI. morgen, Freitag, antreten wird, ist keine Pastoralreise, sondern eine Wallfahrt und ein großes Glaubensfest (www.papstbesuch.at). Das betonte der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn am Donnerstagvormittag in der Wiener Hofburg.



In einer Zeit, in der einem von vielen Seiten gesagt werde, dass der Glaube unvernünftig sei, werde der Heilige Vater in Österreich zum Glauben ermutigen und klar machen, dass es durchaus vernünftig ist zu glauben und dass es sich lohnt, „diesen Weg zu gehen“, präzisierte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz vor zahlreichen Journalisten. Die Begegnung mit Benedikt XVI. werde eine „Feier des Glaubens“ sein, und dabei werde es zu einer „Stärkung in der Sinnhaftigkeit des Glaubens“ kommen.

Der Kardinal würdigte die „besondere Gabe“ seines langjährigen Mentors und Freundes, „die Dinge auf den Punkt zu bringen“ und Herausforderungen beziehungsweise die sich daraus ergebenden Prioritäten zu benennen. „Er war nie argumentationsfeindlich“, sagte Kardinal Schönborn. „Seine große Stärke … ist das Argumentieren und das Vertrauen in die Vernunft.“ Darüber hinaus besitze Papst Benedikt ein großes Herz, was ihn so anziehend mache.

Bei seinen öffentlichen Auftritten und auch sonst bleibe der Heilige Vater stets dem von ihm selbst immer wieder zitierten chinesischen Sprichwort treu: „Wer auf sich selbst schaut, strahlt nicht.“ Immer bemühe er sich darum, von sich weg hin auf Jesus zu verweisen. Ganz in diesem Sinn bestimme das Motto seines Besuches –„Auf Christus schauen“ – die gesamte „Architektur“ der Visite.

In der Kirche Am Hof werde der Heilige Vater am Freitag gegen Mittag das Allerheiligste aussetzen, um zusammen mit den Gläubigen auf Jesus zu schauen, der auch am Samstag im Mittelpunkt stehen werde, bei der Wallfahrt nach Mariazell zur 850-Jahr-Feier der Gnadenstatue der Magna Mater Austriae (Die Jungfrau Maria trägt ihren Sohn im Arm und zeigt dabei auf ihn, so als sage sie den Betrachtern: „Tut, was er euch sagt“).

Kardinal Schönborn kündigte während der letzten Presskonferenz vor dem Eintreffen des Heiligen Vaters auch an, dass Benedikt XVI. zu Europa „Wichtiges und Gewichtiges“ sagen werde (bei der Begegnung mit den Diplomaten und Vertretern der Republik Österreich am Freitagabend in der Wiener Hofburg).

Am Sonntag werde sich der Bischof von Rom während der Heiligen Messe im Wiener Stephansdom für die Bewahrung der Kultur des arbeitsfreien Sonntags aussprechen. Beim stillen Gedenken an die Opfer der Shoa auf dem Wiener Judenplatz wird es sich nach Worten von Kardinal Schönborn zwar um eine „stille Botschaft“ handeln, dafür aber um eine Botschaft, „die mehr sagt, als viele Worte“.

Alle 33.040 Zählkarten für Mariazell sind nach Angaben der Österreichischen Bischofskonferenz vergeben worden. Zum Papstgottesdienst im obersteirischen Marienwallfahrtsort werden rund 70 Bischöfe aus Ost- und Mitteleuropa teilnehmen. Selbst Hirten aus Albanien, der Ukraine und Serbien haben sich angemeldet.